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Charly: Düdel-düdel-düdel-dü ...
Karli ist auch in London mittendrin statt nur dabei.
No, bravo! Da haben die Spiele noch gar nicht begonnen, und schon muss ich mich verarschen lassen. Dabei hat sich noch kein einziger Funktionär an seinem Backhenderl verkutzt. Dabei hat sich noch kein Radfahrer im Wald verirrt, kein Boxer die Bretter nach wenigen Sekunden geküsst, kein Ringer sein Kampftrikot vergessen, noch ist auch kein Ruderer versenkt worden ...Jetzt sind zwar noch alle Länder gleichauf im Medaillenspiegel, und trotzdem ernte ich ein mitleidiges Grinsen, das schon hinter der nächsten Ecke in einen schallenden Lachkrampf mündet. Und im Abgang vernehme ich dann auch noch ein "Düdel-düdel-düdel-dü ..."Was, zum Bullen, kann denn ich dafür, dass im fernen Salzburg der Millionenklub eines Milliardärs gegen Zuckerbäcker, Schlosser und Steinmetze aus dem malerischen luxemburgischen Städtchen Düdelingen ausscheidet?"Red Null Salzburg", hat mir ein Piefke zugegluckst. Blödmann. Weiß der nicht, dass Sportdirektor und Trainer der Nullen Deutsche sind? Danke! Ohne eure Hilfe hätte die Männchenschaft ja vielleicht doch den Giganten aus Luxemburg niedergerungen.So stehen die armen Hand- und Fußwerker vor einer fast unlösbaren Aufgabe: "Hoffentlich bekommen wir für die Spiele gegen Marburg von unseren Chefs frei", sagte Torschütze Joachim aus Düdelingen (franz. Dudelange) im landesweiten Freudentaumel. Tatsächlich dudelte man lange in der 19.000-Seelen-Stadt. Dort wohnen also etwa gleich viele Leute wie im olympischen Dorf. Hier wiederum schwangen die bereits anwesenden vier der neun luxemburgischen Athleten ihre rot-weiß-hellblauen Fahnen.Die österreichischen Athleten im Dorf, die so oft im Schatten der gar nicht so guten Kicker stehen, rollten ihre Fahnen, die an den Balkonen hängen, aber auch nicht ein. Schließlich haben sie jetzt die passende Antwort auf künftige Kritik an ihren Olympia-Leistungen: "Düdel-düdel-düdel-dü ..."