über den Umgang mit der Fan-Problematik in Spanien
12/06/2014

Spanien ist wieder das Maß der Dinge im Fußball

Österreich darf beschämt staunen.

von Philipp Albrechtsberger

Österreich darf beschämt staunen.

Philipp Albrechtsberger | über den Umgang mit der Fan-Problematik in Spanien

Der spanische Fußball überzeugt mit Tempo. In eine neue Dimension vorgedrungen ist man am Mittwochabend. Verantwortlich dafür zeichneten ausnahmsweise nicht die Künstler des FC Barcelona oder die Athleten von Real Madrid, sondern die Damen und Herren Funktionäre.

Vier Tage nach den blutigen Fan-Ausschreitungen (ein Toter) im Vorfeld der Partie zwischen Atlético Madrid und Deportivo La Coruña schlug die Anti-Gewalt-Kommission die Strafen für 88 identifizierte Ultras vor. Es sind – zu recht – harte Strafen: 60.000 Euro pro Person und mehrjährige Sportstätten-Verbote.

Dem nicht genug: Bereits am 15. Dezember wird ein neuer Maßnahmenkatalog präsentiert, der die aufkeimende Hooligan-Problematik eindämmen soll und gleichzeitig auch alle Profiklubs in die Pflicht nimmt. Angekündigt sind die Identifizierung per Fingerabdruck in Risikobereichen der Arenen sowie bei Fehlverhalten Punkteabzüge bis hin zu Zwangsabstiegen.

Freilich bleibt abzuwarten, ob im spanischen Fußball nicht – wie so oft – mit zweierlei Maß gemessen wird; ob im Zweifel für Real und Barcelona dasselbe gilt wie für Elche und Almería.

Unverkennbar ist aber ein gemeinsamer Wille. Auch, weil in der Anti-Gewalt-Kommission Vertreter der Liga, des Fußball-Verbandes sowie der obersten spanischen Sportbehörde sitzen.

Unverkennbar sind auch die Unterschiede zu Österreich: Nach dem Derby-Skandal am 9. November, als eine Leuchtrakete in den Familiensektor geflogen war, verhängte die Liga rasch Geldstrafen und Stadionverbote. Was taten die Klubs? Die Austria sprach von einem "sehr harten Urteil", Rapid musste diskutieren über rechtliche Schritte gegen ein Kuratoriumsmitglied, das es gewagt hatte, zu behaupten: "Rapid und Austria tun zu wenig gegen diese Entwicklungen."

Der Österreichische Fußball-Bund schweigt bis heute.

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