Münchner G’schichten

Das ist kein Silvesterscherz

Wolfgang Winheim | über den Münchner des Jahres

Mama von den Philippinen, Papa Nigerianer, Sohn a echter Wiener! Letzterer wurde soeben zum Münchner des Jahres gewählt. Das ist eine große Ehre für David Alaba, erhielt doch der beim FC Bayern engagierte österreichische Nationalspieler trotz prominenter Konkurrenz die meisten Stimmen von den Lesern der Süddeutschen Zeitung.

Zum Münchner des (Neujahrs-) Tages könnte es Marcel Hirscher schaffen. Und zwar dann, wenn der Salzburger am morgigen 1. 1. 2013 den Parallel-Slalom in Bayerns Metropole gewinnt.

Mitten in München um Weltcup-Slalom-Punkte? Das ist kein Silvesterscherz, sondern dank technischer Tricks möglich. Der See am Fuß des 200 Meter langen Skihügels im Olympia-Gelände wurde bereits ausgelassen. Sollte nach der Münchner Flutlichtshow auch noch das nächste Städte-Ski-Derby Ende Jänner in Moskau anstandslos über die Kunstschneebühne gehen, dann werden bestimmt populistische Rufe nach einem Ski-Weltcup in Wien laut.

Doch halt: a) hat die Gemeinde genug andere finanzielle Sorgen und b) brauchen manche Wiener Autofahrer ans andere Ende der Stadt bereits länger als auf den Semmering. Dort haben sich idealistische Funktionäre und ihr Initiator Franz Steiner soeben zum zehnten Mal als Weltcup-Veranstalter bewährt. Und dort gibt’s noch pickerlfreie Zonen. So wie in Wien vielleicht bald nur noch in Alabas brettlebenem Heimatbezirk nördlich der Donau.

Erstellt am 30.12.2012