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31.10.2017

Verdammt schnell

Zügig wurde eine Entscheidung gefunden. Zu zügig vielleicht.

Bernhard Hanisch | über den neuen Teamchef

Schon seit einer Woche war der Überraschungseffekt dahin. Schade. Franco Foda wird österreichischer Teamchef. Also ging man doch den Weg des geringsten Widerstandes. Dies hätte im Übrigen auch für die beiden anderen Kandidaten Herzog und Fink gegolten. Die klaren Argumente, die Foda über die beiden Mitbewerber heben, wurden gestern jedenfalls verschwiegen.

Typisch österreichisch, könnte man anmerken, vermisst wird irgendwie der Mut, sich einem von außen kommenden, nicht vorbelasteten Ideengeber zu öffnen. Ein neuer Impuls, den Marcel Koller lange Zeit geben konnte, der Österreichs Fußball selbstbewusster gemacht hat. Genommen wurde jetzt ein Kandidat, der schon einmal Kandidat war.

Die starke Verbindung zur heimischen Liga sollte anscheinend eine Grundvoraussetzung sein? Momentan für einen Teamchef keine unbedingte Bildungslücke, die sich nicht in kürzester Zeit schließen ließe. Zügig wurde eine Entscheidung gefunden. Zu zügig vielleicht. Um einen neuen Trainer für ein Trainingslager zu finden, dessen Sinnhaftigkeit zumindest diskutabel erscheint?

Den Eindruck wird man nicht los, dass vor allem die so gerne von der Macht naschenden Landespräsidenten versuchten, Entscheidungskompetenz zu demonstrieren. Franco Foda muss jetzt die Chance erhalten, viel richtig zu machen. Sollte es schiefgehen, ist es Zeit, etwas zu ändern. Das System ÖFB nämlich. Grundlegend.