Kolumnen | Anstoss
24.05.2017

Raunzer-Comeback

Wir bleiben nicht zu Hause. Wir fürchten uns nicht zu Tode. Wenn der Terror dem Sport zu nahe kommt, ist die Reaktion von Fans und Sportlern ähnlich. Der Tenor lautet: Wir lassen uns die Freude nicht nehmen.

Nun denn. Dann haben wir halt ein bisschen Schadenfreude. An einem pedantischen Schweizer Teamchef, dem die Spieler reihenweise davonlaufen. Özcan macht lieber Papa-Pause, als nach Dublin zu fliegen. Suttner sieht keine echte Chance als Stammspieler, nicht einmal nach dem Rücktritt von Fuchs. Ulmer heiratet. Nicht weil er unter Koller nur einmal gespielt hat. Er hat seine Hochzeit schon ein Mal verschoben, weil er vor der EM auf der Abrufliste gestanden ist. Aber Koller versteht nicht, dass einer, auf den er fast sechs Jahre nicht gesetzt hat, an einem Länderspieltermein heiratet. Einfach so, nur weil die Meisterschaft Pause macht. Damit hat Ulmer seine Teamkarriere verwirkt. Und das mit erst 31 Jahren.

Oder wir haben Freude an dem Schweizer Teamchef und seiner sich erfüllenden Prophezeiung. Im Dezember 2011 sagte er im KURIER-Interview: „Man hat mir vorher gesagt: Die sind nur zufrieden, wenn sie raunzen können.“ Und jetzt haben ihm ein paar Teamspieler die Ohren vollgesungen von wegen blöder Länderspieltermin und mit Ich-will-später-ins-Teamcamp-einrücken-Gesudere. Dabei hatte Koller noch vor zweieinhalb Jahren gesagt: „Das Raunzen, das mir am Anfang aufgefallen ist, ist weg.“
Wie schon gesagt: Wir lassen uns die Freude nicht nehmen.