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04.07.2017

Nur die Liga hält nicht mit

22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.

Günther Pavlovics | über alte Weisheiten im Fußball

Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“ 27 Jahre ist dieser Satz schon alt. Gary Lineker hat ihn gesagt, nachdem England im WM-Semifinale 1990 gegen Deutschland im Elferschießen ausgeschieden war. Das waren die Zeiten der Bertholds, Kohlers, Buchwälder, Brehmes. Der Läufer und Kämpfer, die nie aufgegeben haben und dadurch sehr oft das bessere Ende für sich gehabt haben.

Weil Anfang dieses Jahrtausends das Konzept mit Ausnahme 2002 (Finale trotz Rumpelfußball) nicht funktioniert hat, kam das große Umdenken. Mit Klinsmann und dann Löw.

Deutschland hat dieses Gewinner-Gen“, schrieb die spanische Tageszeitung Sport nach der Niederlage der Spanier im U-21-EM-Endspiel. Und das ganz ohne Rumpel-Kick. Die Confed-Cup-Sieger und die Europameister kommen aus einer Generation, in der im Nachwuchs intensiv auf fußballerische Qualitäten geachtet wurde.

Klar gibt es dabei auch Probleme. Das Land von Gerd Müller, Horst Hrubesch, Miroslav Klose und Mario Gomez hat vergessen, Mittelstürmer auszubilden.

Am schmerzlichsten ist für das deutsche Fußball-Ego aber die Tatsache, dass die Bundesliga finanziell nicht mithalten kann mit Europas Spitze. Dass es eine Ausbildungsliga ist – für die Premier League in England, Real, Barcelona, Juve – und sogar für Paris SG.