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28.02.2018

Deutsche Coachingzone

Von den zehn Bundesligatrainern des Sommers 2016 ist nur noch einer bei seinem Klub.

Günther Pavlovics | über die Trainer in der Bundesliga

Sie haben die österreichische Trainerausbildung? Nett.

Aber 55 Spiele bei Basel, danach Bayern U 19 und Bayern Amateure. Das zählt.

Mag sein, dass Herr Vogel kein schlechter Trainer ist, aber ist das Arbeitszeugnis des Sturm-Trainers wirklich so viel besser als das eines Barisic, Herzog oder Kühbauer? Thomas Letsch arbeitete bei Liefering erfolgreich mit den besten Talenten Österreichs. Und das reicht, dass man ihn bei der Austria jetzt das Krisenmanagement zutraut.

Aber egal, ob österreichische Ausbildung oder deutscher Schein. Tatsache ist: Von den zehn Bundesligatrainern des Sommers 2016 ist nur noch Heimo Pfeifenberger bei seinem Klub WAC. Büskens (Rapid), Benbennek (Ried), Vastic (Mattersburg), Daxbacher (St. Pölten), Lederer (Admira), Canadi (Altach), Fink ( Austria), Oscar Garcia (Salzburg) und Foda (Sturm) sind weg.

Drei wurden abgeworben, sechs von ihnen mussten gehen – in nur 13 Monaten. Aber sind Trainer alleine Schuld an den Miseren, an den windschiefen Kaderzusammenstellungen? Indirekt wahrscheinlich schon, wenn man nicht nein sagen kann und will, wenn man als Trainer zustimmt, dass Spieler wie Petsos, Veton Berisha, Ruan, Alhassan, Jelic, Kehat, Sikov geholt werden. Mitläufer, die spielen müssen, weil sie kosten.

Und die wenigen guten Transfers gehen ohnehin fast immer auf das Öffentlichkeits-Konto des Sportchefs. Viele der schlechten bleiben beim Trainer hängen.