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28.11.2017

Kolumne Anstoß: Das Allerheiligste

Der Umgang des Skiverbandes mit den Missbrauchsvorwürfen ist fragwürdig.

Philipp Albrechtsberger | über den ÖSV

Jetzt hat’s auch noch das Allerheiligste erwischt im österreichischen Sport – den alpinen Skirennlauf. Garant für Medaillen, Top-Quoten und rot-weiß-rote Glückseligkeit. Vielleicht sind auch gerade deshalb Anteilnahme und Empörung so umfassend nach den Missbrauchsvorwürfen der ehemaligen Athletin Nicola Werdenigg.

Der ÖSV will "proaktiv" (© Präsident Peter Schröcksnadel) die Aufklärung vorantreiben und offenbart zeitgleich einen katastrophalen Umgang mit Krisen. Im Gegensatz zum Land Tirol, das rasch und professionell eine externe Anlaufstelle für Opfer eingerichtet hat, tritt beim ÖSV öffentlich nur einer in Erscheinung: Schröcksnadel. Mal im Standard, der den Fall ins Rollen gebracht hat, dann in der heimatlichen Tiroler Tageszeitung, seltener bei den ÖSV-Partnern Krone und ORF.

Die Strategie hat Tradition und nicht selten Erfolg (Dopingaffäre von Turin, Sponsorstreit mit Starathletin Veith). Schröcksnadel vermittelte intern und kommentierte extern. Ein echter Macher. Nicht das einzige Rollenbild, das derzeit hinterfragt wird.