Meinung | Kolumnen | Anstoss
09.07.2017

Am Ring schließt sich der rot-weiß-rote Kreis

Im Gegensatz zur Rennstrecke ist das Fahrerlager fest in rot-weiß-roter Hand.

Philipp Albrechtsberger | über Österreich-GP

92 Fahrer aus 34 Nationen sind beim Rennwochenende in Spielberg in vier Serien (Formel 1, Formel 2, GP3, Porsche Supercup) am Start. Unter ihnen ist ein Österreicher: Der steirische Lokalmatador Philipp Sager, 46, darf im Porsche Supercup mitfahren.

Im Gegensatz zur Rennstrecke ist das Fahrerlager fest in rot-weiß-roter Hand. Daran änderte auch die Demission von Monisha Kaltenborn als Teamchefin von Sauber vor zwei Wochen nur wenig. Die Wiener Juristin wurde ausgerechnet von jenen schwedischen Investoren abserviert, die sie zuvor selbst als Retter des chronisch unterfinanzierten Schweizer Rennstalls präsentiert hatte.

Weder Budget- noch Jobsorgen haben Toto Wolff und Niki Lauda. Für die beiden Miteigentümer des Mercedes-Rennstalls geht es heute in erster Linie darum, Lewis Hamilton in der WM näher an Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel heranzubringen.

Davor ging’s medial rund. Während National-Eiligtum Lauda Sonntagfrüh einmal mehr im Radio-Frühstück über Gott und die Welt plaudern durfte/musste, legte Sportchef Wolff mehrere Boxenstopps ein: Für die Italiener (RAI) bereitete er Eierspeis zu; für die Deutschen (RTL) fuhr er zu jenem Bauernhof, auf dem er einst als Hobby-Rennfahrer immer nächtigte; für die Österreicher (ORF) setzte er sich hinter das Steuer eines Rennwagens.

Dies taten vor den Augen Tausender auch Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko und Gerhard Berger im Rahmen der Legendenparade. Der Ex-Pilot warb in seiner neuen Rolle als DTM-Chef zudem für das Spielberg-Gastspiel der Tourenwagen-Serie im September. Fürs Fachsimpeln mit seinem Tiroler Landsmann und langjährigen Weggefährten Franz Tost blieb dennoch Zeit. Der Teamchef von Toro Rosso begrüßte wiederum Fritz Enzinger. Der Steirer leitet das Le-Mans-Programm von Porsche. Nach drei Siegen in Serie beim 24-Stunden-Klassiker überprüft die Edelmarke ihre Motorsportaktivitäten. Ein Formel-1-Einstieg ab 2021 ist eine Option.

Früher dürfte auch wieder ein Österreicher im Cockpit sitzen. Berger-Neffe Lucas Auer darf sich voraussichtlich im August bei einem Test für Force India für Höheres empfehlen. Womit sich der rot-weiß-rote Kreis am Ring schließen würde.