Meinung | Kolumnen | Anstoss
23.03.2017

Alaba, kein linker Agent

Koller hätte den schwarzen Peter.

Günther Pavlovics | über eine Team-Diskussion

Paul Scharner spricht jetzt aus, was sich aufmerksame TV-Konsumenten letzten November dachten. Der ehemalige Teamspieler sagt, dass David Alaba sich geweigert habe, Linksverteidiger zu spielen.

Teamchef Koller brachte im Finish gegen Irland beim Stand von 0:1 Mittelfeldspieler Ilsanker für Linksverteidiger Wimmer. Der Eingewechselte überbrachte Alaba eine Botschaft des Teamchefs, deutete mit dem Arm nach links. Und nichts passierte. Alaba blieb im Zentrum, ging nicht nach links. Nach zwei Schreckminuten ging Koller an die Linie und deutete mit drei Fingern Richtung Verteidiger, also Umstellung auf Dreierkette.

Die Interpretationen:

a) Alaba hat sich geweigert, eine taktische Vorgabe umzusetzen.

b) Und wenn das der Fall war, dann doch nur, um weiter vorne zu spielen und Druck zu machen, um das Spiel doch noch zu drehen.

c) Ein Platz in der Abwehr wurde aufgegeben, um zwölf Minuten vor Schluss noch mehr auf den Ausgleich zu drängen.

Wenn Alaba aber dem Teamchef den Gehorsam verweigert hat, dann dürfte ihn dieser zwecks Wahrung der trainerlichen Autorität nicht mehr einberufen. Koller hätte den schwarzen Peter.

Würde Koller öffentlich auf einem Linksverteidiger Alaba beharren und dieser sich öffentlich weigern, diesen Part zu spielen, dann hätte Alaba wegen dieser Starallüren den schwarzen Peter.

Und den will keiner. Also darf man a) ausschließen.