ĂŒber Franz Beckenbauer

Ausgefranzt

von Bernhard Hanisch

11/23/2015, 05:00 AM

Also was ist Beckenbauer? Entlarvt jedenfalls.

Bernhard Hanisch | ĂŒber Franz Beckenbauer

Der Kaiser packt aus, er "schlĂ€gt" sogar "zurĂŒck", meint die Bild. Tut er das? Besser wĂ€re: Franz Beckenbauer bricht in einem Interview in der SĂŒddeutschen sein Schweigen. Noch besser: er lĂ€sst den Leser drei Seiten lang wissen, dass er nichts weiß. Und wer das Format der Zeitung kennt, weiß, dass dies eine Menge Nichtwissen ist. Also nur Kaiserschmarren, der da ĂŒber die AffĂ€re rund um die WM-Vergabe 2006 aufgetischt wird?

Selbst aufgesetzt habe er nie etwas, nur unterschrieben. Blind. "Sie werden doch nicht glauben, dass ich nur eine einzige Vereinbarung oder nur ein einziges Dokument gelesen habe", sagt Beckenbauer. Setzt man auch nicht voraus. Von einem Mann, der damals nur Chef des WM-Organisationskomitees und PrĂ€sident von irgendeinem bayrischen Fußballklub gewesen ist. Also was ist Beckenbauer? Entlarvt jedenfalls. Die Frage ist nur, als einer, der sich tatsĂ€chlich so naiv verhalten hat, wie er es beschreibt? Sein ErklĂ€rungsversuch könnte Indiz fĂŒr eine angeborene blauĂ€ugige Sicht der Dinge sein: "Damals haben wir es einfach gut gemeint."

Oder ist die Offenbarung als Ahnungsloser nur eine Masche, um aus dieser Nummer wieder herauszukommen. Das Spiel mit dem eigenen Image eines auf Lebenszeit ins KaiserkostĂŒm geschlĂŒpften Darstellers. Ja mei, so ist er halt der Franz – egal, was auch passiert, die Nachsicht des Volkes bleibt des Kaisers Recht.

Jahrelang erfĂŒllte Franz Beckenbauer den Job als Lichtgestalt des deutschen Fußballs. Jetzt steht aber fest, dass auch hinter einer Lichtgestalt viel Schatten liegt.

Und der Kaiser? Der muss sowieso abdanken. Gefragt sind wieder Leute, die zupacken. Und die immer wissen, was sie tun.

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