Anstoß: Störenfriede

Adi Himmelstoss
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Die deutschen TV-Sender beginnen, die Lust an der Europa League zu verlieren.

Der ORF frohlockt zwar über den Erwerb der Übertragungsrechte. Andernorts ist die Europa League jedoch weit weniger begehrt. Konkret: Die deutschen TV-Sender beginnen, die Lust zu verlieren. Unterm Strich ist es die Liga der Verlierer, daran ändert auch nichts, dass sie für die österreichischen Klubs in den letzten Jahren das Maß aller Dinge war.

Wer zahlt, schafft an. Und wenn neben den großen TV-Sendern auch die Sponsoren unwillig werden, ist der Fortgang des Bewerbs absehbar. UEFA-Boss Platini versucht zwar tapfer, Reformen zugunsten der kleineren Fußball-Länder zu lancieren, um sich für seine Wahl zu bedanken. In Wahrheit aber träumen die Funktionärsgranden seit Langem von einer europaweiten Meisterschaft, an der nur die Elite teilnimmt. Das lässt sich vermarkten, das garantiert Einschaltquoten. Kein TV-Zuschauer wird mehr von den Störenfrieden aus den Niemandsländern (zu denen auch Österreich zählt) belästigt. Solange es der UEFA gelingt, den Stellenwert der wichtigsten nationalen Meisterschaften zu erhalten, scheint der Plan alles andere als unrealistisch.

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(kurier) Erstellt am
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