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15.03.2016

Feier-Tag für den Fußball

Marcel Koller war, ist und bleibt der Richtige.

Bernhard Hanisch | über Kollers Vertragsverlängerung

Es war vor einer Woche, in den Räumlichkeiten des ÖFB im Bauch des Ernst-Happel-Stadions. Dort, wo der Teamchef seinen Arbeitsplatz hat. Interview mit Marcel Koller.

Nicht ganz einfach. Weil der Schweizer so seriös ist. Zu korrekt jedenfalls, um von ihm Sätze zu erhoffen, deren Worte nicht wohlbedacht auf der Waagschale landen, bevor sie aus seiner streng abgeschotteten Gedankenwelt entlassen werden.

Koller meinte, es sei noch zu früh für eine Entscheidung. Immerhin wird er nicht müde zu betonen: "Ich fühle mich sehr wohl in Österreich."

Warum eigentlich? Die Mannschaft habe noch immer eine Perspektive, Spaziergänge seien ohne öffentliche Wahrnehmung unmöglich geworden, das Essen in Wien sei fein, noch feiner das kulturelle Angebot. Sagt es und seine Hände spielen mit einem als Schweizer Souvenir erkennbaren Kaffeehäferl den Doppelpass. Sonst schweigt der Teamchef zum Thema. Kein "Ich will unbedingt bleiben", kein Zwischenstand im Verhandlungspoker. Publik wurde die Entscheidung auf einer Pressekonferenz, als Knalleffekt inszeniert. Er bleibt in Österreich, der Schweizer.

Funkstille herrschte in den letzten Wochen auf beiden Seiten. Es gebe Gespräche, verlautbarte die ÖFB-Spitze gebetsmühlenartig. Fad, aber in der Sache doch professionell. Nach interner Einigung haben sie alle dichtgehalten.

Alleine dieser in früheren Zeiten undenkbare Umstand bestätigt die Richtigkeit, einen Mann wie Koller zu halten. Österreichs Fußball hat sich durch ihn in den letzten viereinhalb Jahren weiterentwickelt. Nicht nur auf dem Spielfeld. Koller überlässt nichts dem Zufall. Er selbst will tatsächlich Teamchef in Österreich bleiben, wohl auch, weil er diesen Job als Sprungbrett in seiner weiteren Trainerkarriere sieht.

Das stimmt optimistisch. Zunächst für die EM.