Spannend, aber verdammt hart

Das Überleben in der Bundesliga bleibt für neun Klubs ein ständiger Kampf.

Bernhard Hanisch | über Finanzen der Bundesliga-Klubs

Zehn Bundesligaklubs, garniert mit einem reichhaltigen Zahlensalat. Alles in Millionen bewertet. Der Österreichische Kreditschutzverband von 1870 hat sie serviert, die Geschäftsjahresberichte 2011/’12.

Ein erster Blick auf all die finanztechnischen Größenordnungen der einzelnen Klubs macht klar, dass die Feststellung „Geld schießt kein Tore“ eine bis zum Gähnen richtige ist. Denn es lässt sich im konkreten wirtschaftlichen Vergleich die Frage nicht vermeiden: Warum in aller Welt wird Red Bull Salzburg eigentlich nicht jedes Jahr mit Respektabstand Meister?

35,20 Millionen Euro Personalkosten machen einen ziemlichen Batzen aus im österreichischen Fußballgetriebe. In Deutschland haben Gladbach, Bremen und Hannover eine jeweils ähnlich hohe Summe zur Verfügung. In Österreich könnte man mit dem Salzburger Personalaufwand Rapid, Austria, Sturm Graz und zum Drüberstreuen auch noch Wolfsberg über die Runden bringen.

Dabei hat Salzburg vor längerer Zeit angekündigt, die Ausgaben zu verringern. Um 2,8 Millionen Euro wurde erhöht. In der gesamten Liga ist eine Steigerung der Personalkosten um 4,5 Millionen zu beobachten. Das liegt nicht unbedingt im allgemeinen wirtschaftlichen Trend. Das Unberechenbare und Spannende am Fußball ist, dass Salzburg relativ weit davon entfernt ist, den Titel zu verteidigen.

Bedrohlich erscheint allerdings, wie abhängig vor allem der durchschnittliche österreichische Klub von seiner sportlichen Performance ist. Gefährlich ist die ständige Gratwanderung, mit den Einnahmen einer Europacup-Teilnahme zu kalkulieren. Wie Rapids negatives Eigenkapital von 1,8 Millionen beweist. Der aufgerissene Verlust, verursacht durch die internationalen Absenz in der Vorsaison, war höher als das vorhandene Eigenkapital.

Das Überleben in der Bundesliga bleibt für neun Klubs ein ständiger Kampf. Doch der Trend lasse erhöhtes Wirtschaftsbewusstsein erkennen. Sagt abschließend der Spezialist vom KSV. Immerhin.

Erstellt am 22.01.2013