Alles Balletti: Schadensbegren­zung

Bernhard Hanisch
Foto: KURIER/Boroviczeny

Die ÖFB-Spitze hat es verabsäumt, schon vor Monaten eine unglückliche Beziehung mit Constantini zu beenden.

Es könnt' ja sein, dass vielleicht, aber dann natürlich ganz sicher in weiterer Folge, oder im bestimmten Falle unter Berücksichtigung gegebener Rahmenbedingungen, welche allerdings noch so überhaupt nicht vorauszusehen sind und eben darum der neue Teamchef ...

Derart klar mutet die von ÖFB-Präsident Leo Windtner skizzierte "klare Linie" in der Causa Didi Constantini an. Also das zuständige Direktorium hat beschlossen: Der Teamchef ist theoretisch weg. Denn praktisch wird Constantini wider Erwarten noch Flugbegleiter der Nationalmannschaft auf der Ostreise nach Aserbaidschan und Kasachstan in der zweiten Oktoberwoche sein. Er habe sich schließlich dazu bereit erklärt.

Warum man dies dem scheidenden Teamchef noch zumutet? Weil ja eh' kein Riss zwischen ihm und den Spielern existiere, hält der ÖFB-Präsident fest. Damit genug der logischen Begründungen.

Man konnte sich bei Constantinis vorgezogener Abschiedsrede aber des Eindrucks nicht erwehren, dass sich seine Begeisterung mit dieser Entscheidung in Grenzen hält. Sein mehrfach abgegebener Kommentar: "Ich bin dazu bereit. Wenn bis zu diesem Zeitpunkt noch kein neuer Teamchef gefunden ist." Herauszuhören war die stille, doch relativ deutliche Aufforderung: "Man möge sich gefälligst beeilen mit der Suche und vor allem dem Finden des neuen Trainers."

Warum sollte er sich das antun? Noch einmal verlieren, weil es in den letzten beiden EM-Qualifikationsspielen ohnehin nichts mehr zu gewinnen gibt? Seine Autorität ist jedenfalls futsch. Und sie sind jetzt schon zu hören, die mit endlosem Bedauern vorgetragenen Entschuldigungen mancher Teamspieler, weil ausgerechnet am Tag vor der Kaderbekanntgabe der Muskel-zerrende Schritt im Klub-Training passierte.

Die ÖFB-Spitze hat es verabsäumt, schon vor Monaten eine unglückliche Beziehung zu beenden. So wie sie nicht zu bewegen war, jetzt den klaren Schnitt zu ziehen. Vielleicht steht in einem Monat der neue Trainer auf dem Präsentierteller. Immerhin soll das aktualisierte Anforderungsprofil in zehn Tagen fix und fertig sein.

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(kurier / Bernhard Hanisch) Erstellt am
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