Alles balletti: Gefährlicher Aufstieg

Anstoß: Gipfeltreffen © Bild: Stephan Boroviczeny

Er kommt schneller, als man denkt - der Absturz nach dem trügerischen Aufstieg in diesem europäischen Wertesystem.

So böse das Erwachen in diesem Frühjahr auch gewesen sein mag, aber ins meist holprige Spiel auf nicht minder unebenen Plätzen platzt ausgerechnet die Meldung von einer baldigen Aufwertung des österreichischen Klubfußballs.

Ab 2013 darf die Bundesliga zwei Klubs an den Start der Champions-League-Qualifikation schicken (Ungläubige klicken bitte auf den Link). In weiterer Folge winkt gar der Fixplatz in der Königsklasse. (Von Lachkrämpfen Geschüttelte vergewissern sich bitte ebenfalls unter demselben Link).

Ob verdient, oder nicht, sei dahingestellt. Die Frage ist: Was bedeutet dies? Für den österreichischen Fußball und seine Entwicklung? Für die Bundesliga im Speziellen?

Bei aller Kritik an der Salzburger Philosophie, der Aufstieg im UEFA-Ranking beruht großteils auf zwischenzeitlich stattgefundenen Erfolgsläufen der von jeder Wirtschaftlichkeit unabhängigen Bullen.

So weit, so gut.

APOEL Nikosia macht Appetit, schürt Hoffnungen, erzeugt Träume von Inselkickern, die es auch auf dem europäischen Festland zur Genüge gibt. Keine Chance gegen Real Madrid, aber immerhin.

Rosig sind also auch die Aussichten für die österreichischen Vereine. Endlich wieder in der Königsklasse, endlich wieder glauben dürfen, im internationalen Schaufenster zu stehen. Ja, es ist durchaus erfreulich, in einer Liga Besucher sein zu dürfen, deren Gästepatschen im Grunde um ein paar Nummern zu groß erscheinen. Ein Lernprogramm, weil es im direkten Vergleich mit den Besten angeblich immer etwas zu lernen gibt. Und vielleicht werden sie in der Meisterschaft zielstrebiger, die sogenannten Spitzenklubs der Bundesliga .

Aber die Gefahr ist groß, dass all die Geschichten von jenen Klubs in Vergessenheit geraten, die einst vom Größen- und Kaufwahn befallen in den Fußball-Himmel geklettert sind. Einige mit unlauteren Mitteln, einige haben sich davon nie wieder erholt. Warnende Beispiele gibt’s genügend. Er kommt nämlich schneller, als man denkt, der Absturz nach dem trügerischen Aufstieg in diesem europäischen Wertesystem.

Erstellt am 28.03.2012