Alles balletti: Eh alles in Ordnung
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Alles balletti: Eh alles in Ordnung

Die Ausgaben der Bundesliga-Vereine: Luxuriöse Salzburger und sparsame Kapfenberger.

von Bernhard Hanisch

12/05/2011, 07:42 AM

Nackt sind die Zahlen über die zehn Fußball-Bundesligisten, die der Österreichische Kreditschutzverband von 1870 alljährlich ans Tageslicht befördert. Zahlen, die im ersten Überblick erwärmend wirken. Weil 90 Prozent der Bundesliga-Vereine in der Saison 2010/'11 gewinnträchtig gewirtschaftet haben. Weil die gesamten Personalkosten - wie von www.90minuten.at feinsäuberlich subtrahiert - insgesamt um 5,66 Millionen Euro reduziert werden konnten. Es ist eh' alles gut. Kein Grund mehr zum Jammern. Beeindruckend, mit welcher Konsequenz es Salzburg immer wieder auf ein positives Jahresergebnis bringt. Eine Million Euro, kein Cent mehr, keiner weniger. Glücklich, wer im Namen der Dose sein doch ziemlich kostspieliges Dasein fristen kann. Gar meisterlich, wie sich der derzeit Tabellenletzte aus Kapfenberg mit einer Billigtruppe aus der Affäre zieht. 2,03 Millionen Euro an Personalkosten wendeten die Steirer auf. Über den Daumen gerechnet wird im Monat jeder durchschnittliche Kapfenberger Kicker um zirka 2500 Euro brutto (zuzüglich Prämien) reicher. Ob das die Großmütter der Spieler glauben, sei einmal dahingestellt. Realistisch betrachtet würde sich um einen derartigen Betrag wohl kaum ein Profi in einer halbwegs angesehenen Liga auch nur einen Millimeter vom Kabinentrakt entfernen. Staunend nimmt man auch zur Kenntnis, dass den Salzburgern ihr Personal ungefähr genau so lieb und vor allem teuer ist wie die addierten Ausgaben der nachfolgenden Klubs Austria Wien, Rapid und Sturm Graz. Bescheidene Salzburger lassen sich die Herkunft aus betuchtem Hause als aktueller Tabellenfünfter wenigstens nicht anmerken. Endlos könnte man sich jedenfalls mit all den nackten Zahlen spielen. Zahlen, die allerdings ein bisserl lügen, wenn es um die Realitäten in dieser österreichischen Bundesliga geht. bernhard.hanisch@kurier.at

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