Meinung
18.05.2017

Düstere Zeiten für die Grünen

Im Dreikampf Kern, Kurz und Strache bleibt nicht viel Platz für die Grünen

Bernhard Gaul | über den Rücktritt von Eva Glawischnig

Natürlich hatte Reinhold Mitterlehner mit seinem plötzlichen Rücktritt alle überrumpelt. Seine eigene Partei und Sebastian Kurz, ebenso wie die SPÖ mit Christian Kern. Kalt erwischt wurden aber auch die Grünen, die zur Stunde nicht gerade ideal für die bevorstehende harte Wahlauseinandersetzung aufgestellt sind.

Nun tritt auch noch die Grünen-Chefin ab. Eva Glawischnig, immerhin seit 2008 im Grunde unumstrittene Bundessprecherin und Klubobfrau der Öko-Partei, wäre nach heutigem Stand die einzige Frau in dem Pool von männlichen Spitzenkandidaten gewesen. Das hätte auch ein großer Vorteil sein können.

Wer immer ihr nachfolgt, wird es sehr schwer in diesem Wahlkampf haben. Denn derzeit läuft alles auf einen Dreikampf hinaus: Die SPÖ mit Kanzler Kern, die ÖVP mit Kurz, auch wenn der seine Partei anders nennen will, und die FPÖ mit dem aktuell längst dienenden Parteichef Strache.

In einem Wahlkampf, in dem sich alles um eine Entscheidung zwischen links, rechts und sehr rechts zuspitzt, wird es den Grünen sehr schwerfallen, aufzufallen und auch nur annähernd das Ergebnis von 2014 zu wiederholen.