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über die Zentralmatura aus der Sicht eines Schülers
07/13/2015

Das nennt man funktionieren?

von Lukas Klement

Aber wie war nochmal das Wort um solche Gehirne zu beschreiben? Hirntot?

Lukas Klement | über die Zentralmatura aus der Sicht eines Schülers

Also wirklich …, dass die Zentralmatura so funktioniert hat, wie sie sollte, kann man schwerlich behaupten.

Moment – wie das? Hat sie doch?! Jede/r Maturant/in hat ihre Aufgabenhefte rechtzeitig erhalten und auch die Ergebnisse sind normal ausgefallen, wenn nicht sogar gut.Nun ja. So sehen es außenstehende Personen wie auch unsere Bildungsministerin. Alles hat funktioniert.

Innensicht

Aber von innen? Von innen ergibt sich das Bild von überlasteten, gestressten Lernenden und Lehrenden, die durchgehend an ihren Limits kratzen. Der restliche Stoff wurde noch in den letzten Stunden durchgepresst, viele mussten Stundenweise mit der Nachhilfe lernen. Warum? Weil bei dieser Stoffmenge kein Vier-Jahresplan durchgehalten werden kann, dazu gibt es zu viele Variablen. Dies galt vor allem für die schriftlichen Prüfungsfächer.Die mündlichen verhalten sich nur bedingt anders: Durch die große Anzahl an Themengebieten ist die Lehrperson gezwungen, extrem verschiedenes zu behandeln – und das auf einem Niveau, das es ermöglicht 10 bis 15 Minuten darüber zu reden. Und wenn es dann vor der Matura noch Fragen zum vor vier Jahren gelernten Stoff gibt? Viel Spaß!

Mit etwas Glück bleiben noch 100 Minuten um alles durchzugehen, möglicherweise aber auch nur 50. Offiziell.

Ob Lehrer/innen unbezahlte zusätzliche Vorbereitungsstunden geben, bleibt ihnen überlassen. Viele tun es, weil sie eine Verantwortung gegenüber den Schüler/innen verspüren. Eine Verantwortung, von der das Ministerium nichts weiß oder wissen will, aufgrund von Sparplänen, um tote Banken zu finanzieren. So viel wert ist der Politik die Zukunft. Gut zu wissen.

Aussichten

Apropos Zukunft: Wie wird sich die Zentralmatura in Zukunft weiterentwickeln? Sie wird bleiben und alle werden sich daran anpassen: Stoff wird durchgepresst werden, der Unterricht dadurch langweiliger. Das Interesse der Jugendlichen in bestimmte Themen wird vernachlässigt werden, der Unterricht damit tot. So tot wie die Neugier, Kreativität und das eigenständige Denken. Da helfen alle Kompetenzen nichts, vor allem wenn sie nicht von oberster Stelle vorbildhaft vorgelebt werden. Aber wie war nochmal das Wort um solche Gehirne zu beschreiben?

Hirntot?

Lukas Klement, 18 Jahre alt, aus Bregenz.Hat dieses Jahr mit Auszeichnung maturiert,momentan im Zivildienst beim ÖRK.

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