Meinung | Bodyblog
28.10.2017

Hodpod-Yoga: Schwitzen im Zelt

Wie heißes Yogieren beim Hotpod Yoga auf die nächste Ebene gehoben wird.

Es geht darum, abgeschottet von der Außenwelt einen heimeligen Kokon-Effekt zu erzeugen.

Mag. Laila Daneshmandi | über Hotpod-Yoga.

Ich hatte gehofft, dass der Zenit nach Ziegen- und Bier-Yoga (ja, Turnen mit Ziegen und Alkoholkonsum beim Yoga) endlich erreicht ist. Doch die Begeisterung für Yoga ist ungebrochen und es gibt noch immer laufend neue Angebote mit neuen Ansätzen.

Zum Beispiel die Idee, nach Vorbild von "Silent Discos" mit Kopfhörern zu yogieren. Ich verstehe nicht, warum ich an einem lauten, belebten Ort Yoga machen und über Kopfhörer Entspannungsmusik hören soll – angeblich um zu üben, mich besser zu fokussieren. Da gehe ich lieber gleich in ein ruhiges Yoga-Studio.

Um besseren Fokus geht es auch beim Hotpod-Yoga (Probewoche um 15€, hotpodyoga.com/at). Das Hotpod ist ein großes, aufblasbares Zelt, in dem bis zu 20 Leute vom "Herabschauenden Hund" in den "Krieger" gehen – und das bei 37 Grad Celsius. Vom Prinzip her also nicht viel anders als Hot Yoga oder Bikram Yoga, das bei 40 Grad stattfindet.

Nur, dass wir nicht in einem Raum mit hohen Decken sind, sondern in einem abgedunkelten Zelt, in dem die Luftfeuchtigkeit innerhalb kürzester Zeit so steigt, dass mir der Schweiß nur so in die Augen und von der Nase tropft. Atmosphärisch muss man den beengten Raum, die niedrige Decke und die Dunkelheit mögen.

Laut Trainerin Laura geht es darum, abgeschottet von der Außenwelt einen heimeligen Kokon-Effekt zu erzeugen, damit sich die Yogis mehr auf ihr Inneres konzentrieren als auf äußere Einflüsse. In gewisser Weise ist das gelungen: Ich war die meiste Zeit damit beschäftigt, mir die Feuchtigkeit aus meinen Poren und aus der Luft vom Gesicht zu wischen.

Nach ein paar flotten Yoga-Abläufen hängt Laura noch einige Übungen zur Stärkung von Bauch und Rücken an. Den Kokon-Effekt spüre ich am meisten, als ich mit hochrotem Kopf aus dem Hotpod trete: Ich fühle mich wie neu geboren.

Fazit:

Für Sauna-affine Yogis und alle, die ihre Geburt noch einmal durchleben wollen. In der Wärme steigt der Entspannungsfaktor – in den Muskeln, aber auch im Geist. Nichts für Klaustrophobiker.

Fun:

Schweiß:

Effekt:

laila.daneshmandi@kurier.at