© KURIER/Jürg Christandl

über das vermeintliche Idealgewicht
06/05/2016

Die Sache mit dem Idealgewicht

Warum auch schlanke Menschen über ihren Bauchspeck jammern dürfen.

von Laila Daneshmandi

Schlank heißt noch lange nicht schön – geschweige denn, dass man sich wohlfühlt.

Mag. Laila Daneshmandi | über das vermeintliche Idealgewicht

Irgendwo gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, dass Schlanke nicht über Figurprobleme reden dürfen. Unlängst erzähle ich einer Freundin: "Ich arbeite gerade an meiner Bikinifigur. Ich will ein, zwei Kilo runter und meinen Bauch in Form bringen." Sie darauf: "Duuu? Du bist doch eh so schlank – was soll ich dann sagen!" (Sie hat zwei Kinder und eine schöne, weibliche Birnenfigur).

Nun ist es aber so, dass ich mich nicht an ihr orientiere, sondern an meinen Vorstellungen – und es kann nicht sein, dass ich nur mit schlanken Frauen über unsere Problemzonen (die wir genauso haben) sprechen kann. Es gibt sogar einen eigenen Namen dafür: Skinny Fat (engl. dünn und fett) sagt man zu Menschen, die zwar in die kleinsten Kleidergrößen passen, aber trotzdem wabbelig sind. Die Arme sind weich wie Butter und der Po hängt flach herunter. Schlank heißt also noch lange nicht schön – geschweige denn, dass man sich in seinem Körper wohlfühlt.

Vor allem nach den trägen Wintermonaten erwacht mit den steigenden Temperaturen das Bedürfnis, den Körper wieder fit und in Form zu trainieren. Dazu gehört für mich, wieder bewusster auf meine Ernährung zu achten – Schnitzel und Pommes sind vorerst tabu. Kleine Schoko-Sünden dürfen aber trotzdem manchmal sein. "Geh bitte, du musst beim Essen doch eh nicht aufpassen – was soll ich dann sagen", höre ich meine Freundin schon wieder jammern. Muss ich sehr wohl – denn von nichts kommt nichts.

Und dazu gehören genauso kleine Trainingseinheiten zwischendurch, wie mein morgendlicher Plank (Unterarmstütz) – der dauert derzeit 1:45 Minuten. Oder, dass ich beim Wäscheaufhängen und Aufräumen Kniebeugen mache, statt mir den Rücken beim ständigen Hinunterbeugen zu ruinieren.

Also sage ich zu meiner Freundin: "Es geht nicht darum, ob jemand schlank ist oder nicht. Es geht um meine Wohlfühlfigur – und wenn ich ein Röllchen am Bauch weghaben will, dann ist das meine Sache. So wie es deine Sache ist, mit dir und deinem Körper zufrieden zu sein." Meine Freundin überlegt kurz und sagt dann: "Stimmt, ich will’s für mich eh auch nicht anders haben. Mir wäre das anders viel zu mühsam." Auch gut – jeder so, wie er sich wohlfühlt.

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