Meinung | Bodyblog
10.06.2017

Ziegenyoga mit Überraschungen

Wie ich zwischen Streicheln und Exkrementen geübt habe, zu entschleunigen.

Da kann es passieren, dass eine Ziege versucht, die Zehen anzuknabbern.

Mag. Laila Daneshmandi | über Ziegenyoga

Ich wusste nicht, was ich erwarten soll, und habe alles erlebt – Entspannung, Bewegung, Spaß. Aber auch so manche Ausscheidungen. Ziegenyoga klingt skurril, originell und vor allem nach einem Gag. Umso ernster nimmt das Evelyne Kriegner-Gehmair, auf deren Ziegenfarm die Yoga-Stunden stattfinden (http://ziegen.yoga, eine Einheit kostet 29€). Die Ziegen sollen helfen, zu entschleunigen, die Achtsamkeit zu erhöhen und besser im Moment zu bleiben.

Dafür suchen sich die Yoga-Teilnehmer im Gehege jeweils eine Ziege aus (oder werden ausgesucht), die sie mit zum abgetrennten Yoga-Bereich nehmen – wenn die Tiere mitkommen. Ziegen sind bekanntlich störrisch und da ist schon eine sichere Hand nötig, um sie am Halsband hinüberzuführen. Ist der Griff zu weich, macht sich die Ziege selbstständig, steuert zielstrebig zur nächstbesten Delikatesse (alias Grasbüschel) und muss wieder eingefangen werden.

Nach dieser, nennen wir es, Aufwärmübung beginnt der Yoga-Teil des Programms. Während wir zur Lockerung mit den Armen und Beinen kreisen, grasen die Ziegen das Gehege gierig nach jedem grünen Blättchen ab, das sie zwischen die Zähne bekommen.

Da kann es passieren, dass ein Tier versucht, die Zehen anzuknabbern (lachen ist erlaubt). Oder es beginnt, an Haarband und Kleidung zu zupfen. Manche Ziegen scheinen sich an der Yoga-Stunde zu beteiligen, indem sie sich dazulegen oder sich als Stütze danebenstellen. Wenn sie sich anschmiegen, wird aus dem Ziegenyoga zwischendurch auch Ziegenkuscheln.

Nach dem großen Fressen kommt allerdings das große... Entleeren. Manche pinkeln zwischen die Matten, andere gleich direkt drauf und gegen Ende der Stunde sind wir von "Pemmerln" und Pinkelflecken umgeben. Da lernt man auch eine gewisse Form von Achtsamkeit: nämlich die, mit der man sich die Exkremente möglichst vom Leib hält.

Fazit:

Für naturverbundene Yogis und Streichelzoo-Fans, die ihre Lieblinge aus einer anderen Perspektive erleben möchten. Nicht nur das Training, sondern vor allem der Umgang mit den Tieren stärkt das Körpergefühl.

Fun:

Schweiß: