Meinung | Bodyblog
05.08.2017

Voll verschaukelt beim Bodyflying

Wie ich beim Abhängen sowohl körperlich als auch geistig flexibler geworden bin.

Ich fühle mich wie ein Frosch, der in einem überdimensionalen Spinnennetz hängt.

Mag. Laila Daneshmandi | über Bodyflying

Hätte ich als Kind auf dem Spielplatz so geschaukelt wie im Kurs von Cat Gasparri, wäre meine Mutter vor Schreck umgefallen. Oder sie hätte mir mit einem panischen Schreianfall die Schaukel für die nächsten 100 Jahre verboten.

Es kostet schon einiges an Überwindung, sich beim Bodyflying (www.bodyflying.institute) so in ein Tuch zu hängen, dass man kopfüber wenige Zentimeter über dem Boden hin- und herschwingt. Es ist aber auch ein befreiendes Gefühl, das man sich zunächst einmal verdienen muss – mit ausgiebigen Dehnübungen: Cat kombiniert sie mit den Bodyflying-Tüchern, die an eine Mischung aus Hängematte und Aerial Yoga erinnern. Dabei kommt ein Fuß in eine höhenverstellbare Schlaufe, um das Bein in allen Winkeln mit Ballett-artigen Bewegungen zu dehnen – von einer anmutigen Ausführung bin ich meilenweit entfernt, aber immerhin: ich war dem Spagat seit Jugendtagen nicht mehr so nahe. Meine Muskeln haben mich noch Tage nach dem Training daran erinnert, wie sehr ich sie strapaziert habe.

Als es endlich an den Hauptteil geht, beginnen wir zunächst klassisch – ich setze mich in das Tuch wie auf eine Schaukel, mache mich steif wie ein Brett und schwinge zur Eingewöhnung vor und zurück. Schaukeln ist wie Radfahren, das verlernt man nicht.

Die größere Herausforderung – vor allem für den Mut – ist, aus dem Sitzen nach hinten zu kippen und die gegrätschten Beine um die Tuch-Enden zu wickeln. Als Cat die Übung vorzeigt, sieht sie aus wie eine Fee, die durch die Luft schwingt – ich fühle mich wie ein Frosch, der in einem überdimensionalen Spinnennetz hängt.

Macht aber nichts, Schaukeln macht mit Mitte 30 noch genauso viel Spaß wie als Kind. Und mit ein bisschen Fantasie fühle ich mich – so wie damals schon – wie eine Artistin, die hoch unter dem Zirkuszelt turnt.

Fazit:

Für jung gebliebene Traumtänzer und verspielte Artisten. Ein schwungvolles Ganzkörpertraining, das vor allem Anmut und Haltung schult – und das in allen möglichen und unmöglichen Lagen.

Fun:

Schweiß:

Effekt: