Meinung | Bodyblog
15.04.2017

Im La La Stepptanz-Fieber

Wie ich mit genagelten Schuhen über das Parkett geklappert bin und statt des Kopfs die Füße sprechen ließ.

Es ist noch niemand als Ginger Rogers vom Himmel gefallen.

Mag. Laila Daneshmandi | über den Stepptanz-Kurs

"Immer schön locker bleiben", sagt Bettina von der Tanzschule Schwebach. Im Gegensatz zum ballettartigen Irish Dance ist beim amerikanischen Stepptanz Coolness angesagt. Gar nicht so einfach, den Oberkörper zu entspannen, während ich hochkonzentriert versuche, meine Füße zu steuern. Aber es ist noch niemand als Ginger Rogers vom Himmel gefallen.

Seit dem Oscar-gekrönten Film-Musical "La La Land" aus der Traumfabrik erleben Steppkurse einen neuen Höhenflug. Für die ersten Grundschritte reichen normale Sneakers: Beim Heel wird mit der Ferse ein Ton erzeugt, während der Ballen belastet bleibt. Der Toe bezeichnet das klassische Auftippen mit der Fußspitze. Beim Step wird der Fußballen auf den Boden getippt. Und der Shuffle erzeugt einen Doppelton, indem der Ballen Richtung vorne tippt und die Zehen mit einem Tippser zurückziehen. Bettina und ich üben zunächst die Grundschritte und versuchen uns dann an einer kleinen Choreografie.

Sie zeigt die Schritte vor und ich mache sie nach, immer und immer wieder. Im Schneckentempo schaffe ich die Kombinationen aus Shuffle, Heel, Toe und Step noch – je schneller ich werden will, desto eher habe ich aber einen Knoten im Kopf. Und in den Füßen.

Wie Rogers das in der Geschwindigkeit und mit einem Lächeln im Gesicht geschafft hat, ist unvorstellbar. Ich mache mich nochmals vom Scheitel bis zur Sohle locker, setze ein Rogers-Lächeln auf und versuche es noch einmal. Der Kopf bleibt ausgeschaltet und ich lasse die Füße die gelernten Schritte wiederholen – es funktioniert!

Noch besser wird es, als ich mir ein Paar Steppschuhe ausborgen darf: Die unterschiedlichen Klappergeräusche verbinden sich im Geiste mit den Bewegungen, den Rest machen die Füße von selbst. Mit dem Lächeln und etwas Routine stellt sich auch die Coolness ein.

Fazit:

Für Tanzbegeisterte und alle, die eine Pause vom Gehirn-Jogging suchen. Steppen fordert vor allem die Koordinationsfähigkeit, das Balancegefühl und stärkt das Bewusstsein für die Körperhaltung.

Fun:

Schweiß:

Effekt: