Meinung | Bodyblog
12.08.2017

"Ich gehe eh ins Fitnesscenter, aber..."

"...ich habe noch immer Schmerzen." Oder: "... es geht nicht wirklich voran." Dann läuft etwas schief.

Der Körper neigt von Natur aus dazu, sich den einfachsten und bequemsten Weg zu suchen.

Mag. Laila Daneshmandi | über Tücken beim Training

Ich führe immer wieder solche Gespräche. Der Wille ist da und auch das Fleisch macht mit, aber es geht einfach nichts weiter. Unlängst hat sich wieder eine Freundin beschwert, weil ihre Schultern ständig verkrampft sind – obwohl sie regelmäßig im Fitnesscenter trainiert.

"Was machst du im Fitnesscenter genau?" – "Ich trainiere mit allen möglichen Geräten." – "Hast du dir schon einmal von einem Trainer anschauen lassen, ob du sie richtig anwendest?" – "Nein."

Ich drücke ihr eine Wasserflasche in die Hand und bitte sie, ein paar Arm-Übungen zu machen. Wir stellen uns vor den Spiegel und ich mache sie auf ihre schiefe Haltung aufmerksam: Bei jeder Anstrengung zieht sie die Schultern hoch zu den Ohren. So geht das beste Training nach hinten los und verursacht mehr Probleme als Verbesserungen.

Anderes Beispiel: Ein Freund setzt sich täglich stundenlang aufs Fahrradergometer und strampelt, bis er nicht mehr kann. Eines Tages tippt ihn ein Physiotherapeut an, der auch dort trainiert, und macht ihn auf seine Fehler aufmerksam: Der Rücken ist nicht gerade, die Knie drehen sich beim Strampeln hinein. Nach der Korrektur ist das Training viel anstrengender, effektiver – und er vermeidet Schmerzen durch Fehlbelastungen.

Was ich damit klarmachen will, ist: Der Körper neigt von Natur aus dazu, sich den einfachsten und bequemsten Weg zu suchen – und der führt oft am Ziel vorbei in Richtung Fehlbelastung und Schmerzen.

Ob im Fitnesscenter, beim Laufen oder für jedes noch so banale Work-out – ein versierter Personal Trainer (gibt es ab ca. 70 €/h), der ab und zu für eine Stunde darauf schaut, dass man seine Übungen richtig ausführt, ist die wahrscheinlich wichtigste Investition in den eigenen Körper, in die Gesundheit und letztendlich auch in den Trainingserfolg.

Fazit:

Selbst Profis brauchen ab und zu jemanden, der ihnen über die Schulter schaut, ob alle Bewegungen richtig ausgeführt werden. Sich hin und wieder einen Trainer zu leisten, ist daher die wichtigste Investition – und das bei jeder (!) Sportart.

Effekt: