Aufrecht mit Mikro-Pilates

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Wie ich beim Cantienica-Training lernte, dass innere Haltung aus dem Beckenboden kommt. Mit Video!

Sitz gerade, Bauch rein, Brust raus – wie oft ich das schon von meiner Mutter gehört habe. Und sobald sie weggeschaut hat, bin ich in die alte Position zurückgefallen. Dass sie mir damit Rückenschmerzen ersparen wollte, habe ich lange nicht eingesehen. Daran, wie sehr die Körperhaltung mit der Haltung zu sich selbst und zur Welt zusammenhängt, hat mich das Cantienica-Training erinnert. Benannt hat es die Schweizer Erfinderin Benita Cantieni bescheidenerweise nach sich selbst.

Wer sich hier ausgefallene Verrenkungen erwartet, wird enttäuscht. Cantienica findet vorwiegend im Körper statt, für Beobachter kaum sichtbar. Trainerin Elisabeth Kiener spricht von Achsen in unserem Körper, wir verbinden den linken Beckenknochen über den Nabel mit dem unteren rechten Rippenbogen und umgekehrt. Die Bewegungen finden in der Tiefenmuskulatur statt.

Ich komme nicht ins Schwitzen, aber mein Gehirn läuft auf Hochtouren, um die Anweisungen zu befolgen und die angesprochenen Muskelpartien anzuspannen. Die Anstrengungen sind vielleicht nicht immer sichtbar, aber deutlich spürbar. Die Basis ist stets das Becken, an dem sich der restliche Körper ausrichtet. Cantienica wird deshalb auch Mikro-Pilates genannt – beim Pilates wird das sogenannte Powerhouse (der Beckenboden) mit weitaus größeren Bewegungen aktiviert.

Hier geht es allerdings viel mehr um das Reinspüren, um die Wirbelsäule in die Länge zu ziehen, neu auszurichten und die Haltung zu verfeinern. Cantienica setzt an der Überzeugung an, dass die innere Stimmung die äußere Haltung beeinflusst und umgekehrt. Klingt logisch – wer sich schlecht fühlt, krümmt seinen Körper zusammen. Wer mit aufrechter Haltung durch den Tag geht, strahlt positive Energie aus. Auch das wollte mir meine Mutter wohl mitgeben. Danke Mama!

Infos unter www.cantienica-wien.at, Schnupperstunde um 15 Euro.

Fazit:

Für Beckenboden-Bewusste und alle, denen Pilates zu actionreich ist. Wer öfter einmal die Schultern hängen lässt, lernt hier, besser in sich hineinzuspüren und seinen Körper wieder bewusst auszurichten.

( kurier.at ) Erstellt am 07.11.2015