Die Sexkolumne im Weblog: UNNÜTZES SEX-WISSEN

Gerade zum Thema Sex gibt es fast täglich eine neue Studie. So manches davon ist natürlich nur pseudowissenschaftlich und deshalb kaum praxistauglich.

Überdies ist fraglich, ob der Mensch wirklich alles wissen muss, um es fein im Bett zu haben.

Studien gibt es zuhauf - daran mangelt es einer wie mir wirklich nicht. Kein Tag ohne neue Sex-Studie - man wird irgendwie immer klüger. Oder auch nicht. Subsumiert man die alle nämlich über viele Jahre hinweg - und glauben Sie mir, in meinem Redaktionsstübchen stapeln sich zum Leidwesen meiner allerliebsten Zimmerkollegin mittlerweile Tonnen von einschlägigem Material - kann's auch sein, dass man sich am Ende gar nicht mehr auskennt.

Schlaue - zum Beispiel - das konnten US-Wissenschaftler vor einiger Zeit herausfinden, haben schlechte Karten im Bett. Je klüger, desto öder. Libidotechnisch vollkommen im Minus: die Mathematiker, aber auch die Biochemiker. Und, bitteschön, ich will gar nicht wissen, was die Historiker oder Juristen so alles nicht treiben, weil das Hirn ihren hypergenialen Genitalien gnadenlos im Weg steht. Kaum wäre man also so weit, sich für den Rest des Lebens mit einem intellektuellen Kleinformat aus der Akkordhackler-Abteilung ein exzessives Liebesnestchen zu bauen, wirft die nächste Studie das schnuckelige Konzept auch schon wieder über den Haufen.

Diesmal sind es Forscher aus München, die behaupten, dass Frauen mit hohem IQ öfter und verlässlicher zum Orgasmus kommen können. Also nix mit: "Dumm f*ckt gut". Gar nicht - die Masterminds sind jetzt auf einmal die mit den 1-A-Muschis. Auch wenn das erst einmal nur für weibliche G'scheiterln gelten mag, bin ich mir sicher: Keine paar Monate - und es wird heißen, dass Einstein, Newton & Co als die wahren Potenzhobeln entlarvt werden konnten. Und schon wird die Bose-Einstein-Kondensation als Deckname für eine wirklich ganz, ganz arge Physiker-Sexualpraktik enthüllt. Ei, gar lustig ist das Leben der Studiosi.

Nicht minder interessant, eine Erkenntnis aus dem 2008er-Jahr: Damals taten britische Mediziner ihre neue Theorie zum "Niesen" kund: Demnach denkt jeder Mann, den es unmittelbar zerreißt, an Sex. Was, in Kenntnis der restlichen Studienlage zum Thema "Sex & Denken", kaum verwirrender sein könnte: Heißt es doch ebenfalls in einer Studie, dass Männer 5.000 Mal jährlich an dieses - ihre Welt umspannendes - Thema denken. Frauen tun das nicht. Rein mathematisch müssten Herren also öfter niesen als die Damen. Ist das so? Ist es nicht. Was würde Herr Einstein dazu sagen? Und korreliert dies auch mit der Studie "Kaffeetrinker sind sexuell aktiver"? Bedeutet das - aus der umgekehrten Studien-Perspektive betrachtet - nun, dass Nicht-Nieser auch Nicht-Genießer sind? Oder kaffeetrinkende Nieser dann womöglich extrem promiskuitiv? Thesen und Antithesen - alles schon da gewesen. Ob's uns weiterbringt - keine Ahnung. Eines kann allerdings als gesichert gelten: Durch Studien wird das Leben komplizierter als ursprünglich vorgesehen.

Oft einmal sind deren Erkenntnisse auch wahnsinnig "no na": "Frauen möchten begehrt werden", "Je länger eine Beziehung dauert, desto weniger Sex", "Männer mögen Oral-Sex". Meine aktuelle Lieblingsstudie aus der Welt der Biologie : "Weibchen verfügen über eingebauten Keuschheitsgürtel - durch Verkrampfen der Genitalmuskulatur schützen sich Damen vor aufdringlichen Männchen." Gilt allerdings nur für Enten.

(kurier) Erstellt am
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