Die Sexkolumne im Weblog: MIT ODER OHNE...

... Mannsbilder? Das ist jetzt die Frage. Aber! Auch wenn die Herren da oben völlig anders ticken als ihre weiblichen Gegenstücke, darf ehrlichen Herzens behauptet werden:

Es ist schon recht fein, dass es sie gibt.

Für die, die vorigen Samstag nicht da waren: Letzte Woche ging's hier um das - one and only, superlative, sensationelle, alles überrrrragende! - männliche Gehirn. Hirn mit Ei, also. Und ein neues Buch darüber - von Frau Louann Brizendine, Neuropsychiaterin. Von ihr lernen wir, dass kleine Buben lieber stundenlang einen Kran betrachten, als sich im Lächeln einer herzigen Sandkastenfreundschaft zu verlieren. Und der mütterliche Versuch, den Hosenscheißer - politisch korrekt - zum puppenspielenden Softie zu machen, eher mit einem Barbie-Kettensägenmassaker enden wird als mit einer total schönen, völlig neuen Erfahrung. Wir lesen, dass das Gehirn männlicher Teenager in Testosteron ersäuft. Und die Jungs deshalb dermaßen auf weibliche Geschlechtsteile fixiert sind, dass sie vermutlich sogar beim Gedanken an gefüllte Kalbsbrust eine mittelharte Erektion aufreißen. Ein wenig reifer, können die Herren dann später mit ihrem hormonellen Schicksal zwar etwas integrierter und angemessener umgehen, aber fixiert bleiben sie trotzdem. Eine Art Testosteron-Trance, die ihn oft einmal Titten halluzinieren lässt, wo vielleicht gar keine sind. Der Blick verklärt, der Geist umnachtet. Und sonst? Sonst finden sie Subwoofer und tiefer gelegte Autos cool, spielen Paintball, stürzen sich an Gummischnüren von Brücken und kriegen eine Panikattacke, wenn die Herzdame wieder einmal mit ihrer Betroffenheitsnummer aufkreuzt. Ganz Leib gewordener Vorwurf und irgendetwas von "verstehen" und "Zeig doch mal Gefühle" faselnd. Wir Frauen könnten jetzt sagen, hm, so sind sie nun einmal die Männer - arme Schlucker, mental und hormonell gesehen vollautomatisch im Eck. Pfui. Pfui. Pfui. Wir können kreischend davonlaufen, uns von diesem Stereo-Typ scheiden lassen. Aber tun wir's auch? Nein, tun wir nicht! Weil wir genau wissen, dass wir die Causa "Mann" auch einen Deut anders sehen können, als die Frau Neurodingsda. Etwa nach dem Motto: Aber sicher nicht, lassen wir uns den Spaß an der Freud verderben! Außerdem besteht ja ein Mann nicht nur aus Testosterontunke. Wie in der letzten Kolumne angedeutet, finde ich, dass uns der Blick des Männlichen und die Tatsache, dass es die Typen überhaupt gibt, wahnsinnig bereichern können. Ohne Mann keine Begehrens-Werte, kein Spiel mit dem Feuer, keine Sünde, keine Spannung. Was natürlich auch umgekehrt gilt, eh klar! Mich fordern Männer heraus. Sie bringen mich an meine Grenzen, kitzeln in mir das Beste und die Bestie hervor. Männer machen mich zu einem Wesen, das sich im Gegeneinander an das Füreinander und Miteinander wagt. Und wenn er noch dazu fein bumst - warum nicht? Für mich ist es gut, dass der da drüben - mein Mann nämlich, auf der anderen Seite des Bettes - anders tickt, anders tut, anders vögelt, sich anders anfühlt. So lange er zu mir rüberschaut und es schön und gut findet, dass da eine ist, die anders tickt, anders tut, anders vögelt, sich anders anfühlt. Gelingt es dann gemeinsam, sich von festgefahrenen Rollenbildern, eingefrorenen Grundsätzen zu befreien - also hallo: Was braucht's noch? Und wenn da draußen jetzt einer nicht sofort tausend Rosen vorbeibringt, dann weiß ich nicht mehr.

Erstellt am 05.12.2011