Mangold, Rote Rüben, Zucchini: Selbsternte in der Stadt liegt im Trend.

© Stefan Hofer

über Gemeinschaftsgärten
10/28/2014

Wie gründe ich einen Gemeinschaftsgarten?

Vom Jungpflanzen ziehen, über Koordination bis zur Finanzierung: Verein Gartenpolylog startet Lehrgang.

von Stefan Hofer

Vom Jungpflanzen ziehen bis zur Finanzierung: Verein Gartenpolylog startet Lehrgang

Mag. Stefan Hofer | über Gemeinschaftsgärten

Urban Gardening, Selbsterntegarten, Guerilla Gardening, Urban Farming: Allein die Vielzahl der Begriffe, die in den vergangenen Jahren aus dem Boden geschossen sind, zeigt die Nachfrage und die Lust vieler Menschen nach pflanzen, jäten und ernten.

Private Idylle vs. öffentliche Revolte

In einem meiner Blogbeiträge hatte ich bereits über Selbsterntegärten berichtet. Im persönlichen Gespräch sehen die einen "das Garteln" kritisch als biedermeierlichen Rückzug, die anderen euphorisch als Ausgangspunkt einer Revolution aufgeklärter Konsumenten gegenüber der global vorherrschenden industriellen Agrarwirtschaft. Für wieder andere ist das Gärtner-Dasein ein kontemplatives Hobby, eine Verweigerung der Supermarkt-Massenware oder schlichtweg reine Geldersparnis.

Unterscheidung

Gemeinschaftsgärten werden - wie der Name verrät - von einer Gruppe von Menschen betrieben. Die Teilhabe am Sozialleben und das Mitgestalten der Stadt sind dabei wesentliche Bestandteile. Bei der Verschönerung und Rückeroberung des öffentlichen Raums durch Guerilla Gardening ist oft politische Motivation vorhanden - aber keine Genehmigung. Wer sich für Selbsterntegärten interessiert: In Wien und Umgebung finden sich über Initiativen wie etwa selbsternte.at genügend Möglichkeiten, sich gärntnerisch zu verwirklichen. Oft ist Eile geboten, die begehrten Parzellen sind meist lange im Voraus vergeben.

"Gartenkarte" für Wien

Lehrgang

Gartenpolylog deckt eine besondere Nische ab. Der 2007 gegründete, gemeinnützige Verein sieht seine Aufgabe darin, den "kommunikativen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft" zu fördern - im Zusammenspiel mit biologischen Gartenprojekten.

Im kommenden Jahr bietet der Verein einen "Lehrgang Gemeinschaftsgarten" an, "die Leute haben vermehrt danach gefragt", begründet Ursula Taborsky von Gartenpolylog im KURIER-Gespräch diesen Schritt. An insgesamt elf Tagen zwischen Februar und Oktober 2015 werden Experten von Gartenpolylog, der Arche Noah oder der TU Wien ihr Wissen aus Bereichen wie Planung, Kommunikation, Finanzierung und natürlich gärtnerischen Kernthemen weitergeben.

"Es geht ganz stark darum, die Leute, die in ähnlicher Situation sind, zusammenzubringen", sagt Taborsky. "Ob Menschen, die einen Gemeinschaftsgarten auf die Beine stellen möchten und bereits einen koordinieren" - jeder sei Willkommen.

Weiterführende Infos

Der Infoabend findet am Mittwoch, den 29. Oktober 2014 von 18 bis 20 Uhr im WUK Gruppenraum in der Währingerstraße 59 im 9. Wiener Gemeindebezirk statt. Die Plätze im Lehrgang sind beschränkt.

Mehr zu den Kosten, zur Anmeldung und den Inhalten finden Sie auf der Gartenpolylog-Website.

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