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25.12.2012

Hofer fragt sich: Wie öko war Jesus?

Klima-Blog, Woche 23: Wie öko war Jesus? ist eine akademische Frage. Konkreter hilft uns weiter: Wie entsorge ich meinen Christbaum richtig?

Jesus war offenkundig ein Gegner der Wegwerfgesellschaft.

Mag. Stefan Hofer | lebt den Öko-Wahnsinn

Bei einem von meiner Seite inbrünstig falsch intonierten "Oh, Tannenbaum" an Heilig Abend nistete sich der Gedanke ein: Wie CO2-neutral lebte eigentlich Jesus? Heute morgen entnahm ich dem Bücherregal meiner Eltern "Das Neue Testament" und die Kinderbibel und studierte etliche Dutzend Kapitel. Von Kyoto war zwar nirgendwo die Rede, die Schriften des Apostels Johannes erwiesen sich aber als hilfreich. Zusammenfassend ergab meine Bibelforschung folgendes Bild.

Da wäre zuerst die Fortbewegung: Einmal fand Jesus "einen jungen Esel und setzte sich darauf" (Johannes 12,14), ansonsten war der junge Mann sehr viel zu Fuß unterwegs. Wissenschaftlich überprüfbar ist dieser lobenswert geringe CO2-Fußabdruck nach 2000 Jahren ja kaum. Aber das glaube ich ihm einmal. Zudem war Jesus offenkundig ein Gegner der Wegwerfgesellschaft: "Sammelt die übriggebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt." (Johannes, 6,12). Bei Erwin Wagenhofers Doku "We feed the World" aus dem Jahr 2005 wäre ihm wohl das Grauen gekommen: "In Wien wird täglich jene Menge an Brot als Retourware vernichtet, mit der die zweitgrößte Stadt Österreichs, das ist Graz, versorgt werden kann", heißt es darin. Gut, Jesus machte diesen konstruktiven Vorschlag auch nicht auf der Donauinsel, sondern am See von Galiläa, deshalb wissen wir es heutzutage einfach nicht besser.

Jesus, der übrigens gerne fischte und dabei nicht mit einem Hochseetrawler unterwegs war (von einer Greenpeace-Mitgliedschaft ist allerdings nichts zu lesen), sagt einmal: "Mein Vater ist der Winzer" (Johannes 15,1). Ob der Weinbau biologisch-dynamisch oder gar nach Demeter-Richtlinien betrieben wurde, ist nicht überliefert. Aber der Hang zur Natur und zur Landwirtschaft liegt in der Familie. Gott Vater schuf ja auch nicht Ölraffinerien und SUVs, sondern Pflanzen und Tiere. Eine großzügige und nachhaltige Tat.

Apropos Genesis: Ich wollte eingangs eigentlich über Tannenbäume bzw. unseren Christbaum erzählen. Aber die Familie wartet. Also das nächste Mal, rechtzeitig, bevor Sie Ihr Bäumchen aus dem Fenster werfen. Versprochen.

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