Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht ausgeht

Earth Hour: 60 Minuten für den Klimaschutz © Bild: APA/CARLOS ORTEGA

Klima-Blog, Woche 28: Symbolische Akte wie Energiespar-Tag und Earth Hour sind edel. Aber das Gute: Die Gesellschaft ist längst einen Schritt weiter.

Symbolische Akte wie Energiespar-Tag und Earth Hour sind edel. Aber die Gesellschaft ist längst einen Schritt weiter.

Mag. Stefan Hofer | über den Energiespartag

Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!", heißt es in der TV-Rateshow "1, 2 oder 3", kurz bevor den Kindern angezeigt wird, ob sie sich für das Feld mit der korrekten Antwort entschieden haben. Jedes Kind möchte dabei im Licht des Studio-Scheinwerfers stehen.

Zur Earth Hour im chilenischen Valparaiso
Die Bewohner der chilenischen Stadt Valparaiso sorgten im Vorjahr mit Masken und Lampen für einen einzigartigen Anblick. © Bild: Reuters/Eliseo Fernandez

Doch am 23. März werden sich Millionen Menschen dafür entscheiden, im Dunkel der Nacht Aufstellung zu nehmen. DieEarth Hourist Spektakel und symbolischer Akt, wenn weltweit die Beleuchtung berühmter Sehenswürdigkeiten für eine Stunde ausgeschaltet wird, um auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen (siehe Bilderstrecke unten).

Auch der 5. März hat eine Plakette bekommen und gilt als "Internationaler Energiespar-Tag". Natürlich, wir leben im 21. Jahrhundert. Jedes schlaue Kind aus der Rate-Sendung könnte Sätze wie "Die Erzeugung von Energie verursacht tonnenweise CO2, das in hoher Konzentration gefährlich für uns Menschen ist und das Klima drastisch verändert" aufsagen. Damit lockt man auch am Ende eines langen, kalten Winters niemanden mehr vom Ofen hervor. Die horrende Stromrechnung oder eine Nachzahlung vielleicht schon.

Nähe und Breite

Soll heißen: Am nächsten ist einem das Thema Energiesparen zumeist im eigenen Haushalt. Die Strom- und Gasrechnung besteht bekanntlich aus drei Komponenten: Dem reinen Energieteil, den Netztarifen sowie Steuern und Abgaben. Der Kunde kann an zwei Schrauben anziehen, einerseits den Energieverbrauch senken, andererseits den Anbieter wechseln.

Das Einsparpotenzial beim Wechsel vom regionalen Standardanbieter zum günstigsten Anbieter beträgt für einen Durchschnittshaushalt je nach Region zwischen 157 Euro im Jahr in Tirol und 400 Euro in Linz. Das geht aus dem Energiepreis-Monitor hervor, der erst am Montag veröffentlicht wurde, auf Basis von Berechnungen der E-Control.

Vielleicht verläuft die Debatte um Energie(verbrauch) & Klimaschutz auch deshalb weniger emotional, weil sie längst die breite Masse erreicht hat. Jüngstes Beispiel: Hofer. Der Lebensmittel-Diskonter verkauft in Österreich seit Anfang des Jahres "grünen Strom", Kooperationspartner ist der alternative Stromanbieter oekostrom AG. Grünen Strom beim Diskonter? Sogar Greenpeace sprach in diesem Zusammenhang von einem "Durchbruch". 5000 Verträge standen zur Verfügung - und waren in Kürze vergriffen. Nun wird laut über eine Neuauflage des Angebots nachgedacht.

Austauschen, mitmachen, teilen

Der Glaube an Politik und Konzerne erodiert. Informierte Bürger organisieren sich selbst, Internet und Social Media helfen dabei. Online-Shops wie gruenspar.at bieten energiesparende Haushaltsprodukte an. Und Interessierte tauschen nicht nur Ideen aus (oder Gewand auf Kleidertauschbörsen) - auch das Teilen erfährt einen Boom und geht weit über das klassische Beispiel Carsharing hinaus ("Shareconomy"). Und teilen heißt Ressourcenschonung heißt Energiesparen.

Symbolische Akte wie ein Energiespar-Tag sind schön und edel. Aber das Gute: Die Gesellschaft ist schon längst einen Schritt weiter.

Eine Initiative in Ostösterreich, die sich dem Thema Energie sparen lebensnah annimmt, ist etwa die Energiebewegung NÖ, die seit Anfang November 2012 online ist. Die Website ist ein Projekt der Energie- und Umweltagentur NÖ und wird auch von ihr finanziert und betreut. Auf der Website kann man "in Projekten schmökern", seine Unterstützung bekunden oder im besten Fall "als Botschafter Energieprojekte einreichen", erklärt Thomas Koisser von der Energie- und Umweltagentur NÖ gegenüber dem KURIER. Ziel sei es, "engagierten Menschen die Möglichkeit zu bieten, Ihre Projekte herzuzeigen und von anderen zu lernen."

Und Koisser nennt Beispiele: Ein Energiebotschafter aus Gerasdorf mäht seinen Rasen mit einem Handrasenmäher – das ist leise und energieeffizient. Und ein kreativer Bastler spart sich 75 Euro pro Jahr, da er den Standby-Verbrauch seines Garagentoröffners vermeidet.

Denn Veränderung beginnt im Kleinen. Manchmal am Garagentor.

Earth Hour

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©Reuters/ALLISON JOYCE

The Brooklyn Bridge is seen with its lights turned

©AP/Mustafa Quraishi

APTOPIX India Earth Hour

©APA/MARTA PEREZ

SPAIN EARTH HOUR 2012

©Reuters/ANDREW BURTON

Combination photo shows Empire State Building with

©Reuters/AMR ABDALLAH DALSH

A combination of pictures shows the great Giza pyr

©APA/SVEN HOPPE

GERMANY EARTH HOUR 2012

©Reuters/ALI JAREKJI

Volunteers hold candles and a globe during Earth H

©Reuters/HO

A 32-metre balloon in the shape of a light bulb fl

©Reuters/TIM WIMBORNE

Combo photo shows power lines crossing in front of

©APA/TATYANA ZENKOVICH

BELARUS EARTH HOUR 2012

©AP/Markus Schreiber

Germany Earth Hour

©Reuters/Eliseo Fernandez

Chilean volunteers hold up candles during Earth Ho

©APA/KOEN VAN WEEL

THE NETHERLANDS EARTH HOUR

©Reuters/DWI OBLO

A combination picture shows Prambanan temple befor

Erstellt am 05.03.2013