Tennisblog - Hör mal, wer da hämmert

Harlad Ottawa neben dem Daviscup-Pokal.
Foto: ottawa Imposant ist er schon, der Daviscup-Pokal.

Am Vortag des Daviscup-Highlights in Spanien wird noch fleißig gewerkt.

Ein Hotel nebst dem anderen, Schwimmbäder soweit das Auge reicht und mittendrin eine Tennis-Anlage, die schnell aus dem Boden gestampft wurde und von außen ausschaut wie ein Zelt bei einem Bierkirtag im Mühlviertel.

Dort, in der Ferienanlage Marina d`Or wird ab Freitag Tennis gespielt, Spanien empfängt Österreich, immerhin ein Viertelfinalspiel. Und am Stadion wurde selbst einen Tag vor dem ersten Aufschlag noch gehämmert und gebohrt, was das Werkzeug hielt.

Die Spanier, die im besten Falle ein paar Brocken Englisch sprechen, sind aber freundlich. Geschult im Umgang mit sportlichen Gegnern. Müssen sie ja sein. Egal ob im Fußball oder Tennis, meist verlassen die Gäste als Verlierer den eigenen Grund und Boden. Gerade deshalb sind sie besonders zuvorkommend und einladend, auch die Damen kümmern sich rührend um die Gäste, vor allem Maria,, die..Egal. Themenwechsel.

 

Die Österreicher fühlen sich jedenfalls wohl. Auch die Tennisprofis, die sich Chancen auf den Sieg ausrechnen. Klar, Thomas Muster, der bei den letzten beiden Siegen 1990 und 1995 noch den Schlägerkopf hingehalten hat, hat schon recht mit seiner Prognose.

Wenig Chancen gibt er Österreich, weil sich die Spanier in den letzten 17 Jahren stark verbessert haben. Obwohl es Zahlen gibt, die gar nicht so von einem großen Klassenunterschied zeugen.

In Spanien schwingen 108.000 Vereinsspieler das Racket, in Österreich sind es immerhin 77.000 – gar nicht so viele weniger. Aber die Trainerausbildung ist besser, die Akademien hochwertiger (man denke an Barcelona) und das Engagement und die Begeisterung allgemein größer.

Davon zeugt die ATP-Statistik. Unter den Top 200 stehen gegenwärtig 20 Spanier und zwei Österreicher (die beide gerade im Daviscup spielen), in den Top 100 stellt der Gastgeber derzeit 12 Profis, Österreich nur Jürgen Melzer.

Und: Die Spanier haben fünf Mal den Daviscup gewonnen. Den Siegerpokal präsentieren sie stolz in der Eingangshalle des Spielerhotels. Kein Grund aber für Österreichs Asse die Köpfe in den Sand, den es dort am Meer reichlich gibt, zu stecken.

Nächste Woche hat übrigens ein weiterer Österreicher einen Auftritt in Spanien. Peter-Michael Reichel übernahm mit seiner Agentur das Damen-Turnier in Barcelona. Weil Arantxa Sanchez Vicario Geldsorgen plagen. Die ehemalige Weltklassespielerin klagt derzeit ihre Eltern, weil diese sie um ihr Vermögen gebracht haben.

Die Österreicher können in Marina d`Or nichts verlieren. Selbst, wenn sie an der Costa d`Azahar 0:5 untergehen.

(kurier) Erstellt am
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