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23.03.2012

Tennis - (Vor-)Freud' und Leid

Zwei Wochen vor dem Daviscup macht eine Pechsträhne Österreichs Spielern zu schaffen.

Rückenproblem statt Rückhand, Virus statt Vorhand, Arbeitsunfall statt Aufschlag. Die Meldungen über Österreichs Tennis-Asse glichen zuletzt eher einem Bericht aus dem Wiener AKH.  Ein Auszug aus der rot-weiß-roten Patientenkartei: Jürgen Melzer beglückte uns  zwischen sportlichen (Erfolgs-)Meldungen immer wieder mit Berichten aus dem Krankenstand (Zehenverletzung nach einem Unfall im Hotelzimmer, Virus, Rückenblessur), Tamira Paszek ließ fast nur mit medizinischen Details aufhorchen (Aufgabe wegen Handgelenksverletzung, Aufgabe wegen einer Rückenverletzung nach einer Unachtsamkeit im Fitness-Studio). Andreas Haider-Maurer war zunächst krank, dann nach einem Trainingsunfall  am Sprunggelenk verletzt. Und Doppelspezialist Oliver Marach war einige Wochen  mehr mit Rückenproblemen als mit Returns beschäftigt.

Welche Meldungen werden uns noch beglücken? „ Melzer musste für den Doppelbewerb nach einer Kollision mit einem Golfwagerl absagen.“ Oder: „Tamira Paszek schnitt  sich beim Paprikahenderl-Verzehr in den Daumen.“ Oder: „Andreas Haider-Maurer verkühlte sich beim Heimaturlaub im Waldviertel.“ Oder: „Oliver Marach brach sich nach einem Kassasturz die kleine Zehe,  nachdem er sein Preisgeld  der jüngsten zwei Monate gezählt hatte.“

Nein, es gibt auch Wohltuenderes zu berichten. Von 6.  bis 8. April dürfen Österreichs Herren auf ein Osterwunder in Spanien  hoffen. Und allein, dass sie es dürfen, ist ein großer Erfolg.  Einfach, weil das Daviscup-Team unter der fachkundigen Leitung von Kapitän Clemens Trimmel unter den acht besten Ländern steht – und das in einer Weltsportart. Immerhin umfasst der Tennis-Weltverband ITF bereits 196 Mitgliedstaaten. Ein Vergleich tut sich auf: Der Fußballverband FIFA zählt nur zwölf Mitgliedsstaaten mehr. Österreichs Kicker findet man im diesem  Ranking übrigens auf Platz 71.

Also, denken wir an Spanien und den Daviscup – die Physiotherapeuten und die Ärzte werden ihre Arbeit schon wohltuend erledigen.