Gentlemen First

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Länderspielzeit: Die Herren träumen vom Viertelfinale, die Damen kämpfen gegen die Viertklassigkeit.

Die Herren träumen vom Viertelfinale, die Damen kämpfen gegen die Viertklassigkeit

Harald Ottawa | die kommenden Aufgaben in FedCup und ihm Daviscup

In der 3. Runde endeten die Bemühungen unseres besten Tennisspielers bei den Australian Open. Dass es passierte, ist kein Unglück. Wie Jürgen Melzer vom tschechischen Weltklassespieler Tomas Berdych zum Passagier degradiert wurde, war aus rot-weiß-roter Sicht weniger ein Augenschmaus.

Schwamm drüber. Die nächste Aufgabe wartet bereits auf Jürgen Melzer. Und da darf er wieder in die Favoritenrolle schlüpfen: In Astana muss (darf) man sich ab 1. Februar nicht mit der Außenseiterrolle zufrieden geben.

Die Kasachen liegen zwar als Weltranglisten-Achte einen Platz vor Österreich, die ATP-Weltrangliste lässt aber hoffen: Mikail Kukuschkin ist als Nummer 105 Kasachstans Nummer eins, der Vorjahresachtelfinalist der Australian Open unterlag aber dieses Mal in Runde eins Melzer klar und wird fast 30 Plätze zurückfliegen. Zweiter Einzelspieler wird Andrej Golubew sein (derzeit die Nummer 161). Ein unberechenbarer Spieler, der an guten Tagen alle schlagen kann, an schlechten Tagen wohl auch gegen Kapitän Clemens Trimmel verliert. Melzer hat er übrigens bei seinem Turniersieg in Hamburg 2010 geschlagen. Der bislang größte Erfolg des gegenwärtig 25-Jährigen.

Im Doppel kann Trimmel nicht nur auf Melzer, sondern auch auf Doha-Finalist Julian Knowle, Alexander Peya und Oliver Marach setzen. Einem aus dem Trio wird es wohl erwischen. Ein neuerlicher Einzug unter die besten Acht der Welt ist möglich, auch, weil der Spielplatz Sand Einzelspieler Andreas Haider-Maurer entgegen kommt. Auch der Waldviertler wird in der Rangliste vermutlich vor dem ersten Aufschlag vor dem besten Kasachen liegen.

Bonjour tristess

Anders die Situation bei den Damen, die Anfang Februar beim Europa-Afrika-Turnier in Israel gegen den Abstieg in die Viertklassigkeit kämpfen. Nach der Absage von Tamira Paszek ist zumindest der Aufstieg kaum machbar, vor allem, weil unter anderem Viktoria Asarenka als Gegnerin bereitsteht.

Im Gegensatz zum Daviscup-Team (freilich gibt es auch da gelegentlich Scharmützel) herrscht beim Fed-Cup-Team alles andere als herzergreifende Einigkeit, Kapitän Jürgen Waber ist bei den Damen nicht mehr ganz unumstritten. Aber vielleicht heilen kleine Erfolge doch noch alle Wunden.

Erstellt am 18.01.2013