über Österreichs Tennis
02/22/2016

Die Richtung stimmt, der Weg ist weit

Vom österreichischen Tennis gibt es heuer viel Positives zu berichten. Auch, wenn noch viel (gemeinsame) Arbeit wartet

von Harald Ottawa

Die Richtung stimmt, der Weg ist noch weit.

Harald Ottawa | über Österreichs Tennis

Dass Dominic Thiem in Österreich die Tennis-Hos’n anhat, darf aufgrund der Erfolge vorausgesetzt werden. Beziehungsweise Günter Bresnik, der zwar nicht die Daviscup-Aufstellung macht, dessen Meinung aber respektiert wird. Zumal auch Kapitän Stefan Koubek seit gemeinsamen Zeiten ein Naheverhältnis zu einem seiner Vorgänger pflegt. Und zumal Koubek auch Bresniks Wunschkandidat für den Posten als Kapitän war.

Gut so. Ein fachlicher Meinungsaustausch und vor allem eine Kooperation kann dem österreichischen Tennis nur gut tun. Vorbei sollen die Zeiten sein, in denen Dauerkritiker erst nach Entscheidungen ihre Wortspenden abgaben. Erst dann alles in der Luft zerrissen, als es zu spät war.

Österreichs Tennisverband muss alle Kräfte bündeln – vor den Entscheidungen, die er dann selbst treffen muss. Ob Präsident Robert Groß oder auch Stefan Koubek, die letztlich die Verantwortung tragen. Bresnik muss eingebunden werden, insbesondere in die Verbandsarbeit. Im Gegenzug sollte sein Schützling auch Daviscup spielen. Eine Win-Win-Situation, vorausgesetzt alle halten sich an die Spielregeln.

Dass die Vorzeichen für Portugal gar nicht so schlecht stehen, bewiesen die letzten Turnierergebnisse. Dominic Thiem hat im Einzel (Nummer 10 im inoffiziellen Jahres-Race), aber auch im Doppel zuletzt bewiesen, dass eine Option für alle drei Tage in Guimarães ist. Und Gerald Melzer hat mit drei Challenger-Turniersiegen in diesem noch kurzen Jahr bewiesen, dass die Kurve bei ihm steil bergauf geht. In der Jahreswertung ist er die Nummer 29 weltweit, im Ranking erreichte er mit Platz 116 sein Karriere-High. Wohltuend, dass bei Thiems Übertragungen im ORF-Sportsender Melzers Leistungen in Morelos immer wieder erwähnt wurden.

Doppel-Spezialist Alexander Peya beweist nach einer verpatzten Vorbereitung mit Verletzungen und Krankheiten ebenso Aufwärtstrend, wenngleich Oliver Marach, Österreichs derzeit erfolgreichster Doppelspieler, nicht berücksichtigt wurde (die Entscheidung wurde aber vor dem Turniersieg am Sonntag in Delray Beach getroffen). Dennis Novak hat großes Potenzial, beweist es aber (noch) zu wenig. Und den verletzten Andreas Haider-Maurer (siehe Tennisnet.com) und Jürgen Melzer sei eine rasche Genesung gewünscht.

Gratulation an den ORF, der sich immer wieder um Übertragungsrechte für Spiele der Österreicher bemüht (die Ausführungen hinken freilich noch dem Profi-Sender Eurosport hinterher, was logischerweise angesichts der zur Verfügung stehenden Mittel nicht dramatisch ist). Dass dies nicht selbstverständlich ist, bewiesen die Öffentlich-rechtlichen aus dem Nachbarland. Angelique Kerbers Triumph in Melbourne war live weder auf ARD noch ZDF zu sehen.

Der Wille in Österreich ist also da. Man darf sich über weitere Übertragungen, insbesondere jene von Thiem freuen. Die Top 10 sind für Thiem in Reichweite (dazu sollte er bei einem Grand-Slam zumindest ein Viertelfinale erreichen). Und wenn nicht nur Thiem, sondern auch das Team wieder erstklassig ist, dann gibt’s vielleicht gar wieder einen Tennis-Boom. Die Richtung stimmt (nicht nur wegen des jungen Daviscup-Aufgebots), der Weg ist noch weit.

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