Klima-Wissenschaftler verhandeln nicht

Warum glauben wir der Wissenschaft, ziehen daraus aber nicht die richtigen Konsequenzen?

Sehe ich richtig, oder war das echt ein " Verhandlungspoker" in Dänemark? Ein Taktieren und Abwägen, ein Dealen und Stärke zeigen? Darf denn das wahr sein? Nehmen wir mal ein ganz anderes Bild: Wir, als Weltvolk, wollen eine Brücke über einen Graben bauen. Der Graben ist 100 Meter breit, haben die Wissenschaftler errechnet, also muss die Brücke länger als 100 Meter sein. Na gut, sagen die Führer des Weltvolkes, wir bauen eine Brücke, sonst kommen wir ja nicht weiter. Und einigen sich nach jahrelangen Verhandlungen auf eine Brücke, die 90 Meter lang ist. Wieviele Menschen des Weltvolkes werden den Graben überwinden? So gesehen in Kopenhagen. Das 2°-Ziel ist ja keine Verhandlungsbasis: Wenn sich die Erde stärker erwärmt, werden diverse Automatismen in Gang gesetzt (Permafrostböden tauen und geben Unmenen am Treibhausgas Methan frei), die den Klimawandel und die Erwärmung völlig unkontrolliert beschleunigen. Weshalb auch keine Wissenschaftler an den Verhandlungstischen sitzt, denn die Fakten sind nicht verhandelbar. Ein Bericht von Umweltschützern hatte kürzlich vorgeschlagen, dass es ein CO2-Budget für jedes Land geben sollte. Dafür wurde die zulässige Menge an globalen CO2-Emissionen in einem definierten Zeitrahmen auf etwa 1600 Milliarden Tonnen für die Zeit von 1990 bis 2050 (wissenschaftlich) festgelegt. Da die Welt seit 1990 bereits einen großen Teil verbraucht hat, bleibt bis 2050 noch 970 Milliarden Tonnen über, die wir in die Atmosphäre blasen dürfen. Österreich dürfte nach diesem System beim derzeitigen CO2-Ausstoß nur mehr bis etwa 2025 Treibhausgase emittieren, dann ist für immer Schluss mit Heizen, Autofahren oder Anzünde des Camping-Kochers. Völlig utopisch, keine Frage. Aber der Ernst der Lage wird so doch ganz gut vor Augen geführt.

Erstellt am 05.12.2011