Auswärts essen - lohnt es sich?

Manchmal gibt es ein Gesetz der Serie. Und die Serie, die mich soeben betrifft, handelt vom Auswärts essen.

Sie begann gestern, als ich nach " Betriebsschluss" überlegte, was ich denn nun essen wollte. Da fiel mir der Türke ein, bei dem es zwar viele fette Speisen, aber auch viel Salat und Gemüse gibt. Vielleicht findet sich dort etwas Frisches, Knackiges?

Gedacht, getan. Ich sah mir lange die Speisekarte an und wollte schon wieder gehen, denn nichts konnte mich so recht überzeugen, aber da fiel mein Blick gerade noch auf den gebackenen Schafskäse auf gemischtem Salat. Bingo! Das war's! Und ich hatte Durst. Ich bestellte ein kleines Bier. Es sollte laut Speisekarte ein Wieselburger sein. Unter dieser Marke wurde das offene Bier ausgepriesen. Na gut, das Bier kam erwartungsgemäß zuerst. Ich nahm einen Schluck. Es war geschmacklos. Auch hatte sich die Schaumkrone im Nu in Nichts aufgelöst. Es war wie abgestandenes Bier. Bevor ich mich aber dazu entschließen konnte, das Bier zurück zu schicken, kam das Essen. Und das war wirklich gut und frisch. Aber als ich da so am Salat knabberte und zur Theke sah, beobachtete ich, wie der Wirt Schwierigkeiten hatten, Biergläser aus dem Zapfhahn zu füllen. Aber nicht, dass er das Problem mit dem Anzapfen eines frischen Bierfasses zu lösen versuchte. Ich traute meinen Augen nicht! Er füllte die noch zu füllenden Gläser mit Dosenbier! (Einer Billigmarke versteht sich!) Andererseits war er kühn genug, mir ein frisch gezapftes Bier zu meinem Essen zu verrechnen, Was ich dem sagte, das brauche ich nicht auszuführen! Ich ging zurück ins Büro. Etwas erhitzt, aber doch im Glauben, es hier mit einem Sonderfall zu tun gehabt zu haben. Doch bereits heute wurde ich eines Besseren belehrt. Ich las einen Newsletter von foodwatch (http://www.foodwatch.de). Und da erfahre ich, dass es in der Gastronomie bereits gängige Praxis ist, unter Begriffen wie "Rehragout mit Eierschwammerln und Kartoffelpüree" - und das für stolze 22,- Euros! - schnell gefinishte Fertiggerichte oder Halbfertigprodukte zu verkaufen! Und vielleicht zum Dessert Mousse au Chocolat aus einem Fertigpulver! Ich denke, es ist schon Herausforderung genug, dass die Preise fürs Essen enorm gestiegen sind. Wenn aber gleichzeitig die Qualität dermaßen einbricht, dann haben wir ein ernsthaftes Problem!

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011