Udo Jürgens bei der Tribute-Show zu seinem 80. Geburtstag: "Mitten im Leben"

© ORF/Dominik Beckmann

Udo-Jürgens-Tribute
10/19/2014

Das letzte Aufbäumen der Samstagabendshow

Die Geburtstagsshow für Udo Jürgens wirkte wie aus einer anderen Zeit - und war dennoch ein Quotenerfolg.

von Peter Temel

Auf Udo Jürgens (und seine Fans) kann man sich halt noch verlassen. Durchschnittlich fast eine Million Zuseher hatte die Geburtstagsshow "Mitten im Leben" am Samstag auf ORF 2 (27 Prozent Marktanteil). Konnte man da etwa der Wiederentdeckung der Samstabendshow beiwohnen?

Nicht erst seit der Meldung, dass der Show-Dino "Wetten, dass..?" abgesetzt wird, ist die Krise der großen Show am Samstagabend augenscheinlich. Der TV-Konsum richtet sich immer weniger nach der Terminsetzung der großen Fernsehanstalten.

Am vergangenen Samstagabend schien aber alles anders zu sein.

Fernsehen wie früher

Da war einmal Udo Jürgens selbst, der mit seinen Gastauftritten untrennbar mit den Fernsehshows der Siebziger- und Achtziger Jahre verbunden war.

Da traten, neben jüngeren Stars wie Christina Stürmer oder Tim Bendzko, populäre Urgesteine wie José Carreras, Chris de Burgh und Otto Waalkes auf. Als sogar der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger einen gespielten Witz brachte, wähnte man sich zurück in einer Zeit, als Comedians noch Humoristen genannt wurden.

Da war auch noch die Schweizerin Paola Felix zu Gast, die von 1980 bis 1990 gemeinsam mit ihrem Ehemann Kurt Felix (†) "Verstehen Sie Spaß?" moderierte. Zu Felix' Zeiten schalteten noch länderübergreifend 21 Millionen Fernsehzuschauer ein, um Versteckte-Kamera-Gags zu sehen, ein Fabelwert für heutige Verhältnisse.

Sicher, man hätte Udo nicht unbedingt mit Helene Fischers vor Herzschmerz triefender Version von "Merci, Chérie" überfallen müssen.

Sicher, das ZDFhätte auch erwähnen können, dass Udo für Österreich angetreten ist, als er 1966 den Song Contest gewann.

Aber man muss das nicht unbedingt tun.

Auf jeden Fall aber hätte man sich die norddeutsch-irische Folkversion von "Der Teufel hat den Schnaps gemacht" sparen können.

Ansonsten wurde hier vieles richtig gemacht. Man verließ sich ganz auf Udo Jürgens' Musik, tolle Interpreten wie Jamie Cullum, Lang Lang oder Annett Louisan, beschränkte die Gespräche dazwischen auf ein Mindestmaß und streute temporeich geschnittene Zwischenfilme ein.

Noch nicht die Rettung

Freilich ist das noch kein Rezept für die Wiederauferstehung der großen Samstagabend-Show. Denn Udo Jürgens feiert eben nicht alle zwei Wochen Geburtstag. Außerdem lagen die Quoten im ZDF auch nur bei 5,3 Millionen Zuschauern (18,2 Prozent Marktanteil). Das hat zuletzt sogar Markus Lanz mit "Wetten, dass..?" noch hingekriegt.

Die ARD bastelt allerdings bereits an einer neuen länderübergreifenden Samstagabendshow mit Jörg Pilawa, wie der Spiegel berichtet. Inspiriert vom TV-Klassiker "Spiel ohne Grenzen", sollen in "Kampf der Nationen" Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeneinander antreten.

Mit Crossmedialität und Mitspielmöglichkeit via App will man versuchen, das junge Publikum am Samstagabend vor den Fernseher zu locken. Ob das wirklich gelingt, wird man abwarten müssen. Es könnte aber vielleicht die letzte Chance für die große Samstagabendshow sein.

Nachtrag: ORF 2 hat die Geburtstagsshow "Mitten im Leben" wenige Stunden nach dem Bekanntwerden des Todes von Udo Jürgens am Sonntag, 21. 12. um 20.15 Uhr noch einmal gesendet. Im ZDF ist die Sendung am Montag, 22. 12. um 20.15 Uhr zu sehen.

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