"The Devils Ride": Motorradspaß mit "Outlaws"

© Bild: DMAX

Unsere tägliche Begleiterscheinung zum Fernsehabend des Vortages. Diesmal: "The Devils Ride".

Zu lächerlich wirken die Probleme, zu choreographiert die Schlägereien.

Mathias Morscher | über "The Devils Ride"

DMAX lebt von Dokusendungen. Egal ob Goldgräber, Auktionsjäger, Hochseefirscher oder Motorrad-Clubs, alles bekommt eine Sendung - solange es halbwegs interessant ist. Das ist es meist auch tatsächlich.

Eine dieser Shows am Montagabend ist "The Devils Ride". Versprochen werden dabei Einblicke "in die üblicherweise recht abgeschottete Welt der Motorrad-Clubs." Am Montag ging es um die "Laffing Devils", die laut den Infos ein in San Diego beheimateter Outlaw-Club sind. Tatsächlich sieht man tätowierte, bärtige Männer die auf schweren Maschinen durch die Stadt cruisen und hin und wieder ein bisschen Ärger machen. Die Kamera ist immer dabei. Überall.

Und genau das macht die Sendung so unglaublich unglaubwürdig. Hierzulande kennt man Motorrad-Clubs mit Namen wie " Hells Angels" oder "Bandidos" - die, vertraut man diversen Medienberichten, doch das ein oder andere schwerere Verbrechen auf dem Kerbholz haben. Und so gut wie nie einen Einblick in die Interna des Clubs gewähren würden. Hunter S. Thompson versuchte bereits 1964 in das Leben der "Hells Angels" einzudringen, sie zu porträtieren. Er traf Angels-Legende Ralph „Sonny“ Barger und durfte mit ihnen fahren und feiern. Sein Buch war eines der ersten, die sich mit einem Outlaw-Motorrad-Club beschäftigte und brachte Thompson sowohl Kritik als auch Lob ein.

Seitdem hat sich das Leben verändert, auch in den Clubs. Die "Laffing Devils" wie sie in "The Devils Ride" gezeigt werden, wirken verglichen mit den Berichten über "Hells Angels" und "Bandidos" wie ein Kindergartenverein, der nur für die Kameras erfunden wurde. Zu lächerlich wirken die Probleme, zu choreographiert die Schlägereien. Eine kleine Suche im Internet zeigt: Sie hatten mal eine Homepage - die Domain steht aber momentan zum Verkauf. Auf diversen Foren wird eifrig diskutiert, ob der Club nun echt ist oder nicht, und wenn ja, ob sie Outlaws sind. Im Prinzip ist es egal, allerdings sollte DMAX bzw. der Discovery Channel das richtig kommunizieren.

Gibt es den Club nicht, sollte es keine Doku darüber geben - für Dokus mit Drehbuch gibt es bereits RTL.

Gibt es den Club, aber sie sind keine Outlaws, sollte genau das kommuniziert werden.

Sind sie tatsächlich Outlaws, sollten die Mitglieder sich besser nicht filmen lassen - außer sie wünschen sich eine mietfreie Zelle.

Zugegeben, ich mag DMAX, aber auf diese Sendung kann der "Männersender" gut verzichten - und stattdessen einmal mehr "Top Gear" wiederholen.

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Erstellt am 11.03.2014