Rach, der Restauranttester, verkleidet sich für neues Format

© dpa/Bodo Marks

über "Rach tischt auf"
03/07/2014

"Rach tischt auf" - mit Haltung

Unsere tägliche Begleiterscheinung zum Fernsehabend des Vortages. Diesmal: "Rach tischt auf".

von Karl Oberascher

Aufklärungsfernsehen anhand von Superlativen. Das klingt gefährlich.

Karl Oberascher | über "Rach tischt auf"

Wieviel Brot isst ein Deutscher im Durchschnitt? Wieviel Bier trinkt er und wieviel Kaffee schlürft er? Und, viel wichtiger: Wieviel Kühe isst er in seinem Leben? 50 Fragen wie diese versprach Christian Rach in seiner neuen ZDF-Show „Rach tischt auf“ zu klären. Gestern war die zweite Ausgabe zu sehen und die Antwort auf all diese Fragen fiel wenig bescheiden aus: „Wir sind Weltmeister.“

Nicht (amtierender) Fußball-Weltmeister – ätsch – aber eben Brotbackweltmeister (3.500 verschiedene Sorten) und Kaffeeweltmeister (150 Liter im Jahr). Beim Bier reicht es zwar nur zum Europameister (9 Milliarden Liter werden jährlich in der Bundesrepublik gebraut) aber egal. Aufklärungsfernsehen anhand von Superlativen. Das klingt jedenfalls gefährlich.

Allzu viel Neues war dann trotzdem - oder gerade deswegen - nicht zu erfahren. Immerhin zeigt "Galileo" auf ProSieben solche Beiträge seit Jahr und Tag. Die überraschendsten Erkenntnisse aus 90 Minuten "Rach tischt auf": Kaffee entwässert nicht, und, dass sich alkoholfreies Bier als isotonisches Getränk nach dem Sport eignet, ist kein PR-Gag der Brauereien, die ihre Bierstände bei Marathons mittlerweile gleich neben dem Bananenstand aufstellen, sondern stimmt tatsächlich.

Ach so: Und es wird viel zu viel Brot weggeschmissen. Ich wollte es nur noch mal gesagt haben.

Haltung

Dass "Rach tischt auf" letztlich doch mehr zu bieten hatte als redundante Halbinformationen rund ums Thema Essen und Ernährung, lag am Moderator selbst.

Der ehemalige RTL-"Restaurant-Tester" Rach versucht bei seinem Debüt im ZDF nicht nur anschauliche Beispiele (ein Highlight, wie er anhand von "Showkuh" Olga zeigt, woher genau eigentlich das Filet und woher das Rumpsteak kommt) zu bringen. Rach ist dabei auch noch grundsympathisch. Und das, ohne dieses gehechelte Grinsen und Verbrüderungsgehabe mancher Kollegen beim ZDF. "Wenn Rach ins Zimmer kommt, nimmt man automatisch Haltung ein", brachte Klaas Heufer-Umlauf Rachs Ausstrahlung in einem Zuspieler auf den Punkt. Und das war die eigentlich überraschendste Erkenntnis des Abends.

Übrigens: Durchschnittlich verspeist ein Deutscher ganze vier Kühe in seinem Leben. Da sind wir Österreicher sogar noch weltmeisterlicher: Mit 66 Kilo im Jahr essen wir nämlich um sechs Kilo mehr als die bundesdeutschen Weltmeister.

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