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Lifestyle | Sommer
07/11/2019

Barre Workout: Der Fitness-Trend an der Balletstange

Das Barre Workout kombiniert klassische Ballettübungen mit Yoga-, Pilates- und funktionellen Übungen.

Victoria-Secret-Model Karlie Kloss und Sängerin Madonna sind schon lange Fans dieses besonderen Workouts. Im Gegensatz zum klassischen Ballett dient die Stange beim Barre Work-out nicht als einziges Trainingsmittel, auch Hanteln, Faszienrolle und Softbälle kommen zum Einsatz. Aber das sind nicht alle Neuerungen. Neben den klassischen Ballettelementen wie Plié (Kniebeuge), Relevé (auf den Zehenspitzen stehen) und Arabesque (auf einem Bein stehend das andere Bein nach hinten strecken) komplettieren Sit-ups, Liegestütze und Planken das anspruchsvolle Ganzkörpertraining. Durch seine Effektivität im Bereich Bauch-Beine-Po lässt sich auch erklären, warum so viele Stars Gefallen an dieser Art des Auspowerns finden.

Das Barre-Workout ist im Gegensatz zum Ballett ein von oben bis unten stärkendes Training.

Trainingsablauf

Viktoria Pfaffstetter ist eine der wenigen Trainerinnen in Österreich, die das Barre-Workout anbieten. Im „The Boutique Barre Studio“, das sie gemeinsam mit Lars Berghold betreibt, schwärmt die Tanzpädagogin und Fitnesstrainerin von dem Konzept. „Ich habe immer nach einer Kombination von Workout und Ballett gesucht“, sagt die 48-Jährige, „jetzt kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen.“

Während es beim Ballett vor allem auf die Beine und die Haltung ankommt, fokussiert sie sich in ihren Stunden auf Kraftausdauerblöcke, die sich mit Dehnungsphasen abwechseln. Mit einer Kombination aus Ballett, Functional Training, Pilates und Yoga sollen bei bereits einer Stunde wöchentlich bald körperliche Veränderungen sichtbar werden. Auch die Körperhaltung verbessert sich, einige Kursteilnehmerinnen sprechen davon, durch die Kräftigungsübungen ihre Nackenschmerzen und Schulterbeschwerden losgeworden zu sein. Das Verletzungsrisiko ist zudem minimal.

Wir springen nicht und schmeißen keine Beine in die Luft, es ist ein gelenkschonendes Training.

In ihrem Studio nahe des Wiener Hauptbahnhofes haben  Viktoria Pfaffstetter und Lars Berghold besonders darauf geachtet, eine „Wohlfühl-Wohnzimmeratmosphäre“, wie sie ihr Konzept selbst benennen, zu erzeugen. Die Zielgruppe sind Frauen jeden Alters, die Farben Lila und Pink spiegeln sich in den Dekorationsgegenständen wider, im Trainingssaal des Altbaus hängt ein großer Kronleuchter.

"Das Konzept ist klein, aber fein. So hat es auch in New York angefangen: kleine Studios mit eingeschränktem Angebot“, sagt Berghold. Nur diese Reduziertheit mache es möglich, individuell auf die Kundinnen einzugehen, sie persönlich zu betreuen und somit eine Gegenbewegung zu den anonymen, mehrgeschoßigen Fitnessstudios zu etablieren. „Die Frauen suchen etwas Besonderes, wo sie persönlich betreut werden. Es wird alles von mir korrigiert, denn es ist wichtig, die Übungen nicht falsch auszuführen“, sagt Pfaffstetter.

Außerdem habe sie alle im Blick und könne sich an die unterschiedlichen Fitnesslevels der Frauen anpassen.

Abwechslungsreich

Das Feedback der Kursteilnehmerinnen sei überwiegend positiv, die Absprungrate gering. „Es hat noch nie jemand zu mir gesagt, dass das Training langweilig ist, ganz im Gegenteil“, erzählt die Tanzpädagogin. Zu Beginn des Work-outs seien die Trainierenden noch auf den Körper fokussiert und darauf, die Übungen richtig auszuführen, nach ein paar Wochen würden diese zur Routine und durch die Abstimmung auf die Musik entstehe noch mehr Freude an der Sportart.

Fragt man Viktoria Pfaffstetter, was das Schönste an dem Training sei, antwortet sie ohne zu zögern: „Dass man an der Ballettstange steht.“ Außerdem bekomme man die Beweglichkeit, die durch Alltag und Bürojob oft schon abhanden gekommen ist. Dennoch betont sie, dass Barre Work-out kein Zauber innewohnt, denn von heute auf morgen klappe das nicht – auf die Regelmäßigkeit komme es an.