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Parodontitis: Rasche Behandlung wichtig
06/03/2014

Parodontitis: Rasche Behandlung wichtig

Wolfgang Schlossarek beantwortet Leser-Fragen zur Parodontitis.

Obwohl ich erst 45 bin, habe ich bereits mehrere Zähne aufgrund von Parodontitis verloren und trage derzeit eine Teilprothese. Auch mein Vater hat schon sehr früh seine Zähne verloren und war bereits mit 50 Jahren Totalprothesenträger. Droht mir jetzt das gleiche Schicksal?

Es ist heute eine bekannte Tatsache, dass Parodontitis (oft fälschlich als Parodontose bezeichnet) eine Infektionskrankheit ist. Sie wird zumeist von Bakterien verursacht, die in den Zahntaschen leben und sauerstoffarmes Milieu bevorzugen. Ziel jeglicher Parodontitisbehandlung sollte sein, die Zahntaschen zu eliminieren (evtl. auch chirurgisch) bzw. so sauber zu halten, dass Bakterien dort kaum mehr anhaften können. Als erster Schritt ist gelegentlich auch eine Kombinationsantibiotikabehandlung notwendig. Nach Durchführung einer parodontalen Grunduntersuchung (PGU) wird Ihr Zahnarzt einen Behandlungsplan erstellen, um weitere Zahnverluste hintanzuhalten.

Unsere 11-jährige Tochter hat kürzlich eine festsitzende Zahnspange bekommen. Die Krankenkasse lehnt nunmehr die Bezuschussung dieser Behandlung ab, mit der Begründung, dass bereits drei Jahre Kieferorthopädie "konsumiert" wurden.

Derzeit ist die rechtliche Situation so, dass bei gewissen, genau definierten Fehlstellungen eine Zahnspange drei Jahre lang von den österreichischen Sozialversicherungen bezuschusst wird. Leider wird häufig viel zu früh mit einer Regulierungsbehandlung begonnen, in den meisten Fällen würde es genügen, skelettale Veränderungen ab dem 10. Lebensjahr zu behandeln bzw. reine Zahnverschiebungen erst, wenn alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind. Herausnehmbare Zahnspangen, die vor dem 10. Lebensjahr begonnen werden, bergen das Risiko, dass die drei von der Krankenkassa bezuschussten Behandlungsjahre bereits aufgebraucht sind, wenn der pubertäre Wachstumsschub einsetzt und das ideale Alter für Zahnspangen erreicht wird. S

Seit einer Betäubungsspritze für eine Zahnextraktion ist eine Zungenhälfte gefühllos ("bamstig"). Wird das wieder besser?

In sehr, sehr seltenen Fällen kommt es bei der Verabreichung einer Betäubungsspritze im Unterkiefer (Leitungsanästhesie) zu einer Schädigung der Zungennerven. Diese kann vorübergehend aber in seltenen Fällen auch dauerhaft sein. Diese Schädigung kann auftreten, wenn der in der Tiefe verlaufende Zungennerv durch die Nadel der Anästhesie direkt getroffen wird bzw. wenn das Anästhesiemittel direkt in den Nerv appliziert wird. Eine Beschleunigung der Heilung des Nerven ist meist nicht möglich. Sie müssen der Natur Zeit geben, diesen Schaden so weit möglich wieder auszuheilen. Die Regeneration von Nerven kann jedoch bis zu zwei Jahre dauern.

Wolfgang Schlossarek ist Leiter des Instituts für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde im Sanatorium Hera, Wien.www.hera.co.at.

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