Zuckerberg legt Vertrag mit Ceglia vor

Foto: ap,allfacebook.com

Facebook wird in aufgetauchtem Dokument von 2004 zwischen Zuckerberg und Investor Ceglia nicht erwähnt.

Im Rechtsstreit mit dem Holzpellet-Händler Paul Ceglia haben die Anwälte von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nun ein neues Beweisstück vorgelegt. Ein auf Firmenrechnern "entdeckter" Vertrag aus dem Jahr 2004 beschreibt das Geschäft, das Investor Ceglia und Zuckerberg im Zusammenhang mit der Firma StreetFax abgeschlossen haben. Zuckerberg verrichtete Programmier-Arbeiten für den Dienst, der Versicherungen Fotos von Straßenkreuzungen zur Verfügung stellen sollte. Facebook oder Abwandlungen wie "thefacebook.com" oder "Face Book" kommen darin jedoch nicht vor. Paul Ceglia hatte zuvor ebenfalls einen angeblichen Original-Vertrag vorgelegt, dessen Authentizität die Zuckerberg-Anwälte bisher mit indirekten Belegen zu widerlegen versuchten.

Paul Ceglia meldete sich unterdessen in einem Kommentar gegenüber der Webseite ZDNet zu Wort. Er bezeichnet den neu aufgetauchten Vertrag der Beklagten-Seite seinerseits als Fälschung, genauer gesagt als ein mit dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop erzeugtes Bild. Auf diesem habe Zuckerberg eine Adresse angegeben, von der er erst ein Jahr später wissen konnte, beziehungsweise an welcher er erst dann wohnte. Ceglia fordert weiterhin die Hälfte am Social Network und ist sich, obwohl bereits von mehreren Anwalts-Kanzleien verlassen, von seinem Sieg überzeugt. Mark Zuckerberg lässt er mitteilen: "Die Geschichte wird dich als den einzigen Milliardär erinnern, der sein Imperium durch ein TIFF-Bild verloren hat."

Facebook hat größtes Interesse daran, den Fall Ceglia schnell zu beenden. Für das kommende Jahr wird ein Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks erwartet. Es könnte dabei nach Expertenschätzungen mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Jede Störung könnte den Preis senken. Störungen gibt es neben Ceglia auch von Seiten der Zwillingsbrüder Tyler und Cameron Winklevoss, die sich trotz Scheiterns in etlichen Instanzen weiterhin als die wahren Erfinder von Facebook sehen und eine Einigung mit Zuckerberg beklagen, bei der sie über den Tisch gezogen worden seien.

(KURIER.at,apa,dpa / dav) Erstellt am
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