Wirbel um Gamescom-TV-Beitrag von RTL

Foto: rts

In Anonymous-Namen Rache für TV-Beitrag angekündigt. Hackertruppe verurteilt Einschüchterungs-Versuch.

Der deutsche Fernsehsender RTL zeigte am 19. August im Rahmen seiner Sendung "Explosiv" einen Beitrag über die Spielemesse Gamescom in Köln. Computerspieler wurden darin als "komische Gestalten" beschrieben, die nicht immer guten Körpergeruch ausstrahlen würden. Auf diesen TV-Beitrag folgten wütende Reaktionen von Gamern. Bei der öffentlichen Beschwerdestelle programmbeschwerde.de gingen innerhalb kürzester Zeit mehr als 8.000 Beschwerden ein. Außerdem erschien ein Youtube-Video, in dem Anonymous Rache für die Schmähung durch RTL ankündigt.

Anonymous gegen Einschüchterung

Dieses Anonymous-Video wurde mittlerweile über 110.000 Mal angesehen. Die Hackertruppe veröffentlichte jedoch daraufhin ein Dokument, in dem es sich von den Racheplänen gegen RTL distanziert. Die auf Pastebin gepostete Nachricht ist "von Anonymous für Anonymous" formuliert. Die Absender stellen klar, dass sie für Informations- und Meinungsfreiheit eintreten. Das gelte auch für extreme Aussagen, so wie jene im RTL-TV-Beitrag.

Einschüchterungsversuche gegenüber RTL widersprechen den Anonymous-Grundsätzen. Ohnehin sei die Moderatorin der RTL-Sendung nicht ernstzunehmen. Die angesprochenen Gamer sollten sich nicht als "Waschlappen" erweisen. Anonymous bedauert zudem, dass sich immer mehr Menschen unter ihrem Pseudonym äußern, die wahren Ziele der Hacker aber weder kennen, noch beachten würden.

Entschuldigung von RTL

RTL entschuldigte sich unterdessen in einer offiziellen Stellungnahme auf seiner Webseite: "Die Verallgemeinerung und Überzeichnung des Beitrags war ein Fehler. Wenn wir Gefühle verletzt haben sollten, entschuldigen wir uns ausdrücklich dafür."

(futurezone / dav) Erstellt am
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