Leben
16.03.2018

Wie gefrorener Toast zum Umweltschutz beiträgt

Um unnötigen Lebensmittelmüll zu vermeiden, fordert eine britische Organisaion die Bevölkerung auf, Toastbrot einzufrieren.

Wenn Toastbrot bereits kurz nach dem Einkauf zu schimmeln beginnt, ist das ärgerlich. Experten raten, schimmliges Brot gänzlich zu entsorgen, auch wenn nur kleine Stellen betroffen sind. Der Schimmelpilz kann sich bereits im kompletten Brot ausgebreitet haben, auch wenn dies mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist.

So passiert es, dass überall auf der Welt Unmengen an Toast im Mülleimer landen. Eine Verschwendung, wie das staatlich mitfinanzierte, britische Umweltprojekt "Love Food Hate Waste" findet. Angaben der Kampagne zufolge werden allein in Großbritannien täglich 24 Millionen Scheiben Brot weggeworfen, weil die Menschen entweder zu viel einkaufen oder vergessen das Brot rechtzeitig zu konsumieren. Die Organisation WRAP (Waste & Resources Action Programme), die die Initiative "Love Food Hate Waste" 2007 ins Leben gerufen hat, hat außerdem errechnet, dass der Brotabfall in Großbritannien drastisch reduziert werden könnte, wenn jeder Brite pro Woche nur drei Scheiben weniger Brot pro Woche wegwirft.

Um der Brotverschwendung vorzubeugen, wird im Zuge der neuen Kampagne "Make Toast Not Waste" empfohlen, Toast einzufrieren – und zwar gleich nachdem man diesen gekauft hat. Toastet man die gefrorenen Scheiben unmittelbar nachdem man diese aus den Gefrierschrank genommen hat, umgeht man das Schimmel-Risiko.

"Wir können alle unseren Beitrag leisten und weniger Brot wegwerfen, indem wir es in den Gefrierschrank stecken und es so länger aufbewahren. Und man kann das Brot sogar direkt aus dem Gefrierschrank in den Toaster geben, ohne es vorher aufzutauen", sagte Sarah Clayton von WRAP zum Independent.

Neben Alltagstipps zur Lebensmittelmüllvermeidung stellt "Love Food Hate Waste" auf seiner Homepage auch Rezepte zur Verfügung, die zum Aufbrauchen von Lebensmitteln anregen.

Immer mehr Lebensmittel landen im Müll

Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel landet im Müll. Das geht aus einer Studie der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus dem Jahr 2011 hervor. Das entspricht in Industrieländern einer jährlichen Abfallmenge von 115 Kilogramm Lebensmittel - pro Kopf. In Entwicklungsländern sind es bis zu elf Kilogramm. Während die Lebensmittelvergeudung in wirtschaftlich schlechter gestellten Regionen meist mit Defiziten beim Transport in Zusammenhang steht, ist es in Europa und Nordamerika der Konsument, der für die Verschwendung verantwortlich ist.

Diese Entwicklung zieht auch eine immense Umweltproblematik mit sich. Denn laut den Erhebungen der UN werden rund 28 Prozent des weltweit zur Verfügung stehenden Ackerlandes dazu genutzt, um Nahrung zu kultivieren, die nie gegessen wird. Gekoppelt an diese Überproduktion ist laut UN auch ein jährlicher Wasserverbrauch von 250 Kubikkilometern und Treibhausgase, die der Wirkung von 3,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxid entsprechen.