Wie Frauen mit Sex ihr Glück suchen

Buchbesprechung<br />
Knud Neuhoff<br />
Vertrieb / Rechte u…
Foto: ebersbach & simon Marie-Louise O’Murphy – die Soldatentochter wird Mätresse König Ludwig XV.

Sie waren hochangesehen und verachtet. Geliebt und gefürchtet. Mätressen, Kurtisanen, Konkubinen und Prostituierte, die ihren Körper für Geld verkauften. Eine Suche nach Glück und Anerkennung zwischen Moral und Doppelmoral.

Was haben die schöne Danaë und Christine Keeler, Aspasia und Rosemarie Nitribitt, Vaslav Nijinsky und Marie-Louise O’Murphy gemeinsam? Alle waren sie berühmt und  berüchtigt. Berühmt als Sinnbilder der Erotik. Sie lebten in einer Welt, die  ihre eigene Moralvorstellungen und ihre eigene Ordnung hatte. Mitunter erfuhren Konkubinen, Hetären, Mätressen oder Kurtisanen auch gesellschaftliche Anerkennung. Nur manche suchten vergeblich ihr Stück vom Glück.

Rosemarie Nitribitt Foto: ullstein - ullstein bild / Ullstein Bild / picturedesk.com/ullstein - ullstein bild/Ullstein Bild/picturedesk.com Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt hatte Kontakte in beste Kreise

Wie Rosemarie Nitribitt, das „Mädchen Rosemarie“, Tochter einer Putzfrau, die ihren Vater nie kennengelernt hat. Im Nachkriegsdeutschland schlief sie sich von der Prostituierten zur eleganten und vermögenden  Lebedame  mit guten Kontakten auch in die Politik und Hochfinanz hoch. Ihre Berufsbezeichnung lautete nun „Mannequin“. Erst als sie ihre betuchten Freier gegeneinander ausspielt, sie mit vorgetäuschten Schwangerschaften unter Druck setzt und schließlich auch die goldene Regel absoluter Diskretion verletzt, wendet sich das Blatt. Mit nur 24 Jahren wird sie von ihrer Putzfrau erdrosselt in ihrer Wohnung aufgefunden. Ermittlungspannen, verschwundene Akten – der Täter wird nie gefunden.

Tamara Karsavina (1885-1978) as Columbine and Vasl Foto: www.bridgemanimages.com/Bridgeman Images Tanzgott Nijinsky fühlte sich zu Männern und Frauen hingezogen

Moral und Scheinmoral spielten auch im Leben des russischen Tänzers Vaslav Nijinsky  eine Hauptrolle. Beim Tanz schien er schwerelos, „ich bin Gott im Körper“, sagte er über sich selbst. Nijinsky, der sich zu Männern und Frauen gleichermaßen hingezogen fühlte, machte in der Belle Époque mit sexuell aufgeladenen Auftritten Furore. Viele Jahre verbrachte der  Künstler in psychiatrischen Kliniken, nachdem er an Schizophrenie erkrankt war.

Buchbesprechung<br />
Knud Neuhoff<br />
Vertrieb / Rechte u… Foto: ebersbach & simon Aspasia –  Ehefrau des Perikles – schön, klug, gebildet  und als Hetäre verleumdet

War die schöne, gebildete Aspasia von  Milet im klassischen Griechenland  nur Philosophin, Rednerin, Gastgeberin, in deren Salon damals  alle  großen Geister verkehrten, und Gattin des Perikles,   oder war sie auch die Hetäre, als die sie  Aristophanes in seinen Komödien darstellt? So oder so: Sie genoss gesellschaftliche Anerkennung und eroberte eine Stellung, die  für Frauen in Hellas mehr als außergewöhnlich war.

Buchbesprechung<br />
Knud Neuhoff<br />
Vertrieb / Rechte u… Foto: ebersbach & simon La Paiva – geboren als Esther Lachmann, bekannt als La Paiva, Pariser Kurtisane. In ihrem Salon empfing sie Richard Wagner und Napoleon III. Ihr letzter Ehemann: Bismarcks Cousin Guido Henckel von Donnersmarck

Buchbesprechung<br />
Knud Neuhoff<br />
Vertrieb / Rechte u… Foto: ebersbach & simon Danaë – Sie wird Zeus’ Geliebte, als der Göttervater in Form eines Goldregens zu ihr kommt. So wird sie zum Symbol der Korrumpierbarkeit; für Gold hat sie ihre Keuschheit überwunden

Das Buch zum Thema

Kurtisanen, Konkubinen & Mätressen

Eine Geschichte des ältesten Gewerbes der Welt von Barbara Sichtermann und Ingo Rose, ebersbach & simon, 25,70 €

Buchbesprechung<br />
Knud Neuhoff<br />
Vertrieb / Rechte u…
Foto: ebersbach & simon
(KURIER freizeit am Samstag) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?