© dpa/Bernd Thissen

International
12/22/2014

Weihnachtsmann, Santa Claus und Christkind

In Österreich bringt das Christkind die Geschenke. Doch in jedem Land gibt es andere Traditionen. Wie feiern Kinder anderswo?

Auf der ganzen Welt feiern Kinder Weihnachten. Doch sie machen das nicht alle gleichzeitig und sie haben nicht dieselben Traditionen. Ein Blick über den Horizont:

ITALIEN: Der Weihnachtmann stellt den Kindern erst seit wenigen Jahren in der Nacht zum 25. Dezember Geschenke ans Bett. Zum Fest kam zwar die Familie zusammen, die Bescherung gehörte aber nicht dazu. Kinder wurden am 6. Januar von der Hexe Befana beschenkt, die auf einem Besen von Haus zu Haus flog und Gaben verteilte.

SPANIEN: Wichtiges Weihnachtsritual ist die Ziehung der Glückszahlen der Weihnachtslotterie. Die „Lotería de Navidad“ ist die älteste und größte Lotterie der Welt. Am 22. Dezember werden Milliardensummen verteilt, alle hoffen auf den Hauptgewinn „El Gordo“ (der Dicke).

NIEDERLANDE: Im Mittelpunkt der Weihnachtsfeiertage steht das festliche „Kerstdiner“ mit der Familie. Schon im November kommt der Nikolaus „Sinterklaas“. Mit den „Zwarten Pieten“ als Helfern reist er mit einem geschmückten Dampfschiff voller Gaben an. Höhepunkt ist der „Pakjesavond“ am 5. Dezember. Dann werden Geschenke ausgetauscht.

POLEN: Bei der Festtafel an Heiligabend werden nur fleischlose Gerichte aufgetischt, aber bei traditionell zwölf Speisen muss garantiert niemand hungrig aufstehen. In vielen Familien wird ein Zusatzgedeck aufgelegt, falls ein unerwarteter Gast kommt. Nach einer Legende können Tiere in der Weihnachtsnacht sprechen.

TSCHECHIEN: Einer böhmischen Tradition zufolge wird nach dem Weihnachtsessen ein Apfel quer aufgeschnitten, um die Zukunft vorherzusagen. Zeigt der Apfel sein Kerngehäuse als Stern, bedeutet das Glück und Gesundheit. Ein Kreuz sagt Unheil voraus.

RUMÄNIEN: Typisch ist das Schweineschlachten im Advent. In der Umgangssprache bedeutet „jemand schlachtet das Schwein“ so viel wie „er denkt an Weihnachten“. Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder - für Geld oder Süßigkeiten.

BULGARIEN: An Heiligabend gibt es zum Abschluss der Fastenzeit eine ungerade Zahl traditioneller fleischloser Gerichte. Besonders beliebt sind rote Paprika mit Reisfüllung sowie Weinblätter- und Sauerkohlrouladen. Der Tisch wird nach dem Abendmahl nicht abgeräumt, damit auch die Verstorbenen während der Nacht essen können.

GRIECHENLAND: Viele Griechen stellen statt eines Weihnachtsbaums ein mit Lichterketten geschmücktes Schiffchen in Gärten oder an Fenstern auf. Geschenke gibt es meist nicht zu Weihnachten, sondern in der Neujahrsnacht. Santa Basil legt sie dann unter das Bett.

RUSSLAND: Väterchen Frost bringt an Silvester den Kindern Geschenke. Die Familien versammeln sich um einen Tannenbaum und essen gemeinsam. Das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest wird nach dem julianischen Kalender 13 Tage später als die deutsche Weihnacht gefeiert.

USA: Das weihnachtliche Brauchtum ist ein Mix von Traditionen der Einwandererländer. In der Nacht zum 25. Dezember schwebt „Santa Claus“ mit seinem Schlitten durch die Lüfte und kommt durch den Kamin ins Haus. Dort füllt er die „Christmas Stockings“ mit seinen Gaben.

MEXIKO: Die Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in der spanischen Kolonialzeit. Turbulente Umzüge, die „posadas“, prägen an Weihnachten das Bild auf den Straßen. Die Umzüge stellen die Herbergssuche der Heiligen Familie nach.

SÜDAFRIKA: Am Kap strömen viele am 2. Weihnachtstag mit Kind und Kegel zu Picknick und Barbecue an die Strände. In den Armenvierteln gilt die Schlachtung eines Schafes für das Festessen als Luxus, bei vielen reicht es nur zum Huhn.

NAMIBIA: Hereros breiten das Fell geschlachteter Ochsen oder Ziegen mit der haarigen Seite nach unten vor einem „Heiligen Feuer“ aus. Die Männer trampeln darauf herum - das soll Glück bringen.

ÄTHIOPIEN: Hier wird Weihnachten in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar gefeiert. Die Gläubigen kommen ganz in weiß gekleidet zu mehrstündigen Gottesdiensten in die Kirchen. Danach gibt es nach 43-tägiger Fastenzeit ein Gelage mit Fleisch und scharfen Soßen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.