Gipfelstürmer auf vier Pfoten.

© Getty Images/iStockphoto/PETNINA/iStockphoto

Tiercoach
10/24/2016

Wandern mit Hund

Entsprechend ausgerüstet können fitte Haustiere auch ins steile, steinige Gelände.

von Hedwig Derka

Wenn der Wald die herrlichsten Herbstfarben zeigt, Laub langsam zu rascheln beginnt und die Felder abgeerntet sind, ist traditionell Wanderzeit. Auch viele Großstädter schlüpfen jetzt in feste Schuhe und machen sich auf den Weg. Der Hund kommt mit.

KURIER-Tiercoach Katharina Reitl erklärt, was bei einem Ausflug mit Vierbeiner zu beachten ist.

Strecke anpassen

"Man sollte dem Hund, der nur Gassigehen gewöhnt ist, keine stundenlangen Wanderungen in unwegsamem Gelände zumuten", sagt der Zoodoc aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Die Strecke muss auf den Gesundheitszustand und die Kondition des Hundes abgestimmt sein. Auch Rasse und Größe sind zu berücksichtigen, Beagles lieben den Auslauf, Bassets gehen es gern gemütlicher an. Gesunde Hunde laufen in der Regel locker so weit wie ihr Halter. Betagte Tiere schaffen das nicht mehr.

Leine

Die Ausrüstung muss ebenfalls dem Vorhaben entsprechen. "Das Halsband muss gut sitzen", sagt Reitl. Sind viele Wanderer und Artgenossen unterwegs, ist die fixe Leine kurz. Bei wenigen Begegnungen kann es die lange Flexi-Leine sein. Vor allem Hunde mit ausgeprägtem Beutetrieb müssen immer mit dem Halter verbunden bleiben. Das verhindert, dass die Ausreißer Wild aufscheuchen – und dass die Haustiere einem Jäger vor die Flinte geraten.

Pfotenschutz

Im steilen Gelände ist ein Brustgeschirr zur Sicherung sinnvoll. "Nicht jeder Hund ist hochgebirgstauglich", betont die Expertin. Auf steinigem Boden schützen Hundeschuhe die Pfoten. Ballen, die üblicherweise vorwiegend auf Wiesen und im Wald laufen, schürfen sich sonst schmerzhaft ab. Auch bei Verletzungen tut der Hundeschuh gute Dienste und bringt den Patienten zu Fuß den Berg hinunter.

Rucksack

"Es gibt Rucksäcke für Hunde in der Art, wie es Rückentragen für Kleinkinder gibt", sagt der KURIER-Tiercoach. Leichtgewichte, denen die Kraft ausgeht, lassen sich damit gut transportieren. Mindestens ein Probelauf muss sein. Für große Tiere sind Hunderucksäcke ungeeignet.

Jause

"Prinzipiell ist der Herbst auch für Hunde die beste Wanderzeit, weil es dann nicht so heiß ist", sagt Katharina Reitl. Trinkwasser und Jause müssen bei einem Tagesausflug aber immer mit. Ein gesunder Hund kann bis zu 25 Prozent seines Körpergewichts tragen. Auch dafür gibt es Rucksäcke.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at