Belästigungs­vor­würfe gegen Star-Fotograf Testino

Mario Testino
Foto: Andy Kropa/Invision/AP 13 Männer erheben Belästigungsvorwürfe gegen Mario Testino.

Die New York Times veröffentlicht Aussagen von 13 Männern, die ihm teilweise aggressive sexuelle Annäherungsversuche vorwerfen.

Mehrere Models und frühere Mitarbeiter haben Belästigungsvorwürfe gegen den Star-Fotografen Mario Testino erhoben. Die New York Times veröffentlichte am Samstag die Aussagen von 13 Männern, die Testino teils aggressive sexuelle Annäherungsversuche vorwerfen.

Ex-Supermodel Ryan Locke nannte Testino einen "Triebtäter". Bei einem Fotoshooting auf einem Bett habe Testino sein Team aus dem Raum geschickt und sei zu ihm auf das Bett geklettert. Dann habe er sich auf ihn gelegt und gesagt: "Ich bin das Mädchen und du der Junge".

"Ständige Realität"

Testinos früherer Assistent Hugo Tillman schilderte eine ähnliche Szene. Der Ex-Assistent Roman Barrett berichtete, Testino habe sich an seinem Bein gerieben und vor ihm masturbiert. "Sexuelle Belästigung war eine ständige Realität", sagte Barrett. Testino äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Im selben Zeitungsartikel erhoben zudem 15 männliche Models Belästigungsvorwürfe gegen den Modefotografen Bruce Weber.

Bruce Weber Foto: AP/Matt Sayles, Michael Sohn Bruce Weber (li.) und Mario Testino. Der Peruaner Testino gehört zu den bekanntesten Mode- und Promifotografen weltweit. Der 63-Jährige fotografierte für die Februar-Ausgabe der "Vogue" Tennisstar Serena Williams und ihre kleine Tochter. Er schoss zudem die Verlobungsfotos von Prinz William und Kate. 1997 machte er ein halbes Jahr vor ihrem tödlichen Autounfall in Paris die letzten Porträtaufnahmen von Prinzessin Diana.

Breite Debatte

In den USA wird seit Monaten eine breite Debatte über sexuelle Gewalt geführt, die nach den Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein aufgekommen war. Zahlreiche weitere Prominente gerieten inzwischen durch ähnliche Vorwürfe unter Druck, darunter die Schauspieler Kevin Spacey und Dustin Hoffman, der Fernsehmoderator Charlie Rose und mehrere Mitglieder des US-Kongresses.

(APA / em) Erstellt am
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