Leben
17.01.2018

Videospiel zeigt, wie beschwerlich Abtreibungen sind

In "Trapped" werden Spieler in die Situation einer schwangeren Frau versetzt.

Es ist ein Thema, mit dem sich die meisten erst auseinandersetzen, wenn sie selber betroffen sind. Ein kostenloses Computerspiel soll nun aufzeigen, was Frauen, die ungewollt schwanger werden, durchmachen. In "Trapped" ("gefangen") wird die Spielerin in die Lage einer solchen Frau versetzt. Das Spiel startet mit dem Moment, in dem die Frau erfährt, dass sie schwanger ist. Die Umstände werden durch Zufall bestimmt: In manchen Szenarien ist die Person noch ein Teenager, in anderen hat sie bereits Kinder oder ist in der Menopause. Auch der Versicherungsstatus und die Muttersprache der Frau variieren, in manchen Fällen gibt es etwa Kommunikationsprobleme mit dem Arzt. Währenddessen tickt die Uhr: Am rechten oberen Bildschirmrand ist zu sehen, wie viele Tage die Schwangerschaft schon besteht. Mit jedem weiteren Tag wird ein Abbruch noch teurer.

In den USA ist es verboten, Abtreibungen mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Laut dem Verband National Abortion Federation zahlen Frauen in den USA zwischen der sechsten und zehnten Schwangerschaftswochen zwischen 350 und 500 US-Dollar; nach der 20. Woche kann eine Abtreibung mehr als 1000 Dollar kosten. Zudem müssen Frauen in den USA teilweise 500 Kilometer fahren, um zur nächsten Klinik zu gelangen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Spieleentwicklerin Kate Bertash möchte aufzeigen, dass es diese Hürden gibt - auch, wenn Abtreibungen auf dem Papier erlaubt sind. Während des Spiels werden immer wieder Hintergrundinformationen zur Lage in den USA eingeblendet: Etwa, dass 61 Prozent aller Frauen, die 2008 eine Abtreibung vornehmen ließen, bereits Mütter waren oder wie schwer es aufgrund der Vorschriften ist, eine Abtreibungsklinik zu betreiben.

Das Spiel kommt in einer brisanten politischen Zeit, gilt doch US-Präsident Trump als klarer Abtreibungsgegner. So will er etwa den Planned-Parenthood-Kliniken Förderungen entziehen, weil diese auch Abtreibungen durchführen.